Erhöhte Menge an roten Blutkörperchen kann Blutzucker senken17. April 2025 Foto: © tussik/stock.adobe.com Eine aktuelle Studie unter Leitung der Medizinischen Universität Wien, Österreich, zeigt, dass der Hämatokrit-Wert, also der Anteil der roten Blutkörperchen am Blutvolumen, direkten Einfluss auf den Blutzuckerspiegel hat. Die Forschenden konnten nachweisen, dass eine Erhöhung der Anzahl roter Blutkörperchen direkt eine Senkung des Blutzuckers bewirkt. Die Ergebnisse wurden im Fachjournal „Science Advances“ publiziert. „Obwohl der Hämatokrit- und Blutzucker-Wert zu den am meisten gemessenen Laborparametern zählen, ist der direkte Zusammenhang bisher übersehen worden“, betont Studienleiter Clemens Fürnsinn (Universitätsklinik für Innere Medizin III der MedUni Wien) die Bedeutung der Studienergebnisse. Die neuen Erkenntnisse des internationalen Forschungsteams können nicht nur die blutzuckersenkende Wirkung von Höhenaufenthalten erklären, sondern auch zur Entwicklung neuer, personalisierter Diagnose- und Therapieansätze bei Diabetes mellitus führen, so der Mediziner. Blutzuckerregulation untersucht Dass Bergbewohner seltener an Diabetes erkranken, wurde bisher vor allem dem in Höhenlagen verminderten Sauerstoffgehalt der Luft zugeschrieben, der unter anderem eine Erhöhung der Zahl roter Blutkörperchen bewirkt. Man hat allerdings bisher nicht vermutet, dass die Menge an roten Blutkörperchen Ursache der veränderten Blutzuckerregulation in Höhenlagen sein könnte. Um diesen Mechanismus besser zu verstehen, wurden im Rahmen der Forschungsarbeit Mäuse unter Hypoxie gehalten. Es zeigte sich, dass der Blutzucker dieser Tiere allmählich absank, ohne dass eine Gewichtsabnahme als Ursache in Frage kam. Eine gezielte Erhöhung des Hämatokrits durch Infusion von Spenderblut oder durch die Gabe von Erythropoetin (EPO) führte zu einer vergleichbaren Blutzuckersenkung. „Die Forschungsergebnisse legen nahe, dass rote Blutkörperchen nicht nur für den Sauerstofftransport zuständig sind, sondern auch Glukose transportieren können. Dies könnte erklären, warum ein Anstieg des Hämatokrits mit einer Reduktion des Blutzuckers einhergeht“, erklärt Fürnsinn. Erforschung von Höhenphysiologie Die Studie reiht sich in eine lange Tradition der Erforschung von Höhenphysiologie und Blutzuckerregulation ein. Bereits frühere Untersuchungen hatten gezeigt, dass Menschen in großen Höhen seltener an Diabetes mellitus erkranken. Gleichzeitig ist bekannt, dass EPO nicht nur die Bildung roter Blutkörperchen reguliert, sondern auch Effekte auf den Energiestoffwechsel haben kann.
Mehr erfahren zu: "Auch Kinder mit metabolisch gesunder Adipositas benötigen eine Behandlung" Auch Kinder mit metabolisch gesunder Adipositas benötigen eine Behandlung Auch wenn Kinder mit Adipositas keine Anzeichen für Stoffwechselkomplikationen aufweisen, haben sie dennoch ein deutlich erhöhtes Risiko, im späteren Leben an Typ-2-Diabetes, Bluthochdruck und abnormalen Blutfettwerten zu erkranken. Das zeigt […]
Mehr erfahren zu: "GLP-1-Medikamente zur Behandlung von Diabetes und Adipositas können auch psychische Symptome verbessern" GLP-1-Medikamente zur Behandlung von Diabetes und Adipositas können auch psychische Symptome verbessern Eine neue Studie zeigt, dass GLP-1-Medikamente zur Behandlung von Diabetes und Adipositas mit einem geringeren Bedarf an Krankenhausaufenthalten und krankheitsbedingten Fehlzeiten aufgrund psychischer Erkrankungen einhergehen.
Mehr erfahren zu: "Chronische Nierenkrankheit: Epirubicin kann die Fibrose-Progression abschwächen" Weiterlesen nach Anmeldung Chronische Nierenkrankheit: Epirubicin kann die Fibrose-Progression abschwächen Laut einer Studie der Nanjing Medical University (China) stellt die gezielte Hemmung von B56δ mittels des Moleküls Epirubicin eine vielversprechende adjuvante Therapiestrategie für die chronische Nierenkrankheit (CKD) dar.