Erhöhtes Fraktur- und kumulatives Mortalitätsrisiko bei Diabetes

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Fragilitätsfrakturen sind eine Komplikation des Diabetes, die durch chronische Hyperglykämie verursacht werden kann. Dänische Forschende überprüften nun die Hypothese, ob: 1. Personen mit Hyperglykämie und Diabetes ein erhöhtes Risiko für Fragilitätsfrakturen haben, 2. eine Hyperglykämie kausal mit einem erhöhten Risiko für Fragilitätsfrakturen assoziiert ist und 3. Diabetes und Fragilitätsfrakturen gemeinsam mit dem höchsten Risiko für die Gesamtmortalität korrelieren. Sie konnten alle 3 Aspekte bestätigen und zudem zeigen, dass ein kausaler Effekt von Hyperglykämie auf Armbrüche vorliegt.

Insgesamt wurden 117.054 Personen aus den Kopenhagener Studien und 390.374 Personen aus der UK Biobank für Beobachtungs- und Mendelsche Randomisierungs(MR)­Analysen mit einer Stichprobe einbezogen. Fragilitätsbrüche waren als Frakturen an Hüfte, Wirbelsäule und den Armen (Humerus/Handgelenk) definiert.

Die Forscher kombinierten die Daten zu Nüchternglukose- und HbA1c-Konzentrationen von 196.743 Personen aus dem Metaanalyses of Glucose and Insulin-related traits-Consortium (MAGIC) mit Daten zu Fragilitätsfrakturen aus den Kopenhagener Studien in MR-Auswertungen mit 2 unterschiedlichen Stichproben.

Höhere Nüchtern- und Nichtnüchtern-Glukose- und HbA1c-Werte waren mit einem höheren Risiko für eine Fragilitätsfraktur assoziiert (p<0,001). Bei Personen mit und ohne Diabetes betrug die HR für Fragilitätsfrakturen 1,50 (95%-KI 1,19–1,88) bei T1D und 1,22 (95%-KI 1,13–1,32) bei T2D.

Die MR-Analyse bei 1 Stichprobe unterstützte einen kausalen Zusammenhang zwischen hohen Nüchtern-Glukosekonzentrationen und einem erhöhten Risiko für Arm­brüche (Relatives Risiko 1,41; 95%-KI 1,11–1,79; p=0,004). Ähnliche Ergebnisse für Nüchternglukose und HbA1c ergaben MR-Analysen mit 2 Stichproben (OR 1,50; 95%-KI 1,03–2,18; p=0,03 bzw. OR 2,79: 95%-KI 1,12–6,93; p=0,03).

Die MR-Schätzungen betrugen für Frakturen der Hüfte 1,18 (95%-KI 1,00–1,41; p=0,06), der Wirbelsäule 1,36 (95%-KI 0,89–2,09; p=0,15) und für die Arme 2,47 (95%-KI 0,95–6,43; p=0,06). Im Alter von 80 Jahren lag die kumulative Mortalitätsrate bei Personen mit Fragilitätsfrakturen bei 27%, bei Personen mit Diabetes bei 54%, bei beiden Erkrankungen bei 67% und bei Gesunden bei 17%.

Fazit
Hyperglykämie und Diabetes sind Risikofaktoren für Fragilitätsfrakturen und MR-Analysen belegen einen kausalen Effekt von Hyperglykämien auf Armbrüche. Diabetes und eine frühere Fragilitätsfraktur waren in der Allgemeinbevölkerung mit dem höchsten Sterberisiko verbunden. (je)

Autoren: Emanuelsson F et al.
Korrespondenz: Marianne Benn; [email protected]
Studie: Hyperglycaemia, diabetes and risk of fragility fractures: observational and Mendelian randomisation studies
Quelle: Diabetologia 2024;67(2):301–311.
Web: https://doi.org/10.1007/s00125-023-06054-8