Erhöhtes Suizidrisiko bei Krebspatienten

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Krebspatienten haben im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung immer noch ein signifikant erhöhtes Risiko, durch Selbstmord zu sterben. Das zeigt eine aktuelle Arbeit von Michael Heinrich von der Universität Regensburg und seinen Kollegen.

Die Wissenschaftler haben das Risiko für Suizidsterblichkeit nach Krebsprognose, Stadium, Zeit seit der Diagnose, Geschlecht, ethnischer Zugehörigkeit, Familienstand, Jahr der Rekrutierung und geografischer Region bewertet. Dafür hatten sie zunächst EMBASE, MEDLINE, PsycINFO, Web of Science, CINAHL und Google Scholar bis Februar 2021 nach relevanten Artikeln durchsucht.

In ihren systematischen Review gingen 62 Studien und 46.952.813 Patienten ein. Um eine Überlappung der Patientenstichproben zu vermeiden, wurde die Metaanalyse an 28 Studien durchgeführt, an denen 22.407.690 Krebspatienten teilnahmen. Wie sich zeigte, war die Suizidmortalität im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung signifikant erhöht (standardisierte Mortalitätsrate 1,85; 95%-KI 1,55–2,20). Allerdings hing das Risiko stark von der Krebsprognose, dem Krebsstadium, der Zeit seit der Diagnose und der geografischen Region ab.

Fazit
Patienten mit Krebs, insbesondere solche mit spezifischen Risikofaktoren, sollten engmaschig auf Suizidalität überwacht werden und benötigten eine spezielle Betreuung, um das kurz- und langfristige Suizidrisiko zu verringern, bilanziert das Team. (sf)

Autoren: Heinrich M et al.
Korrespondenz: Corinna Seliger; [email protected]
Studie: Suicide risk and mortality among patients with cancer
Quelle: Nat Med 2022;28(4):852–859.
Web: https://doi.org/10.1038/s41591-022-01745-y