Erkennung von Bauchspeicheldrüsenkrebs: Vielversprechende neue Technik nutzt Nanopartikel4. Mai 2026 Darstellung Pankreaskarzinom. Ein in einer experimentellen Studie entwickelter Bluttest auf Biomarker könnte die Identifizierung und Unterscheidung von malignen und benignen Geschwulsten erleichtern. (Abbildung: vladim_ka/stock.adobe.com) Wissenschaftler aus den USA präsentieren in einer neuen Veröffentlichung einen hochentwickelten Bluttest auf Pankreaskarzinome. Die Trefferquote liegt laut den Forschenden bei 97 Prozent. Die im Journal „Small“ veröffentlichten Ergebnisse einer experimentellen Studie beschreiben eine neue Möglichkeit, um frühe Anzeichen von Bauchspeicheldrüsenkrebs zu erkennen. Das neue Verfahren erfordert lediglich eine einfache Blutentnahme bei Personen mit einem Risiko für die Erkrankung, das aufgrund familiärer Vorbelastung oder anderer Faktoren erhöht ist. „Die Bauchspeicheldrüse liegt tief im Körper – sie ist nicht wie Hautkrebs sichtbar oder ein tastbarer Knoten“, stellt Studienleiter Dr. Stuart Ibsen, außerordentlicher Professor für Biomedizintechnik an der OHSU School of Medicine und dem OHSU Knight Cancer Institute (USA), klar. „Wenn Gelbsucht oder Bauchschmerzen auftreten, ist die Erkrankung meist schon weit fortgeschritten.“ Die von den Forschenden vorgestellte hochentwickelte Technik verwendet einen kleinen elektrischen Impuls auf einem Mikrochip, um von Tumoren freigesetzte Nanopartikel im Blut aufzufangen. Im nächsten Schritt werden diese mittels Fluoreszenzfärbung als Biomarker für Bauchspeicheldrüsenkrebs sichtbar gemacht. „Bemerkenswert effektives Verfahren“ In Kooperation mit dem Brenden-Colson Center for Pancreatic Care der OHSU verglichen die Wissenschaftler Blutproben von 36 Personen, darunter Patienten mit bereits bekanntem Bauchspeicheldrüsenkrebs und eine Kontrollgruppe mit anderen, nicht onkologischen Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse wie Pankreatitis. Die Studie wurde verblindet durchgeführt, sodass die Forscher nicht wussten, welche Proben von den Krebspatienten stammten. Die Autoren beschreiben das Verfahren als bemerkenswert effektiv: Mit einer Wahrscheinlichkeit von 97 Prozent konnten Krebspatienten korrekt von Personen mit gutartigen Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse unterschieden werden. Dieses Ergebnis sei deutlich besser als bei direkten Biopsien der Bauchspeicheldrüse selbst. Normalerweise würden durch die Gewebeentnahme mittels ultraschallgeführter Feinnadeln 79 Prozent der Pankreaskarzinome erkannt. Je mehr Biomarker, desto deutlicher das Signal Stuart Ibsen von der Oregon Health & Science University leitete das Team, das die neue Technik entwickelt hat. Es macht mithilfe eines elektrischen Impulses und Nanopartikeln das charakteristische Signal von Pankreaskarzinomen sichtbar. (Foto: OHSU/Christine Torres Hicks) „Je mehr Krebs-Biomarker vorhanden sind, desto heller leuchten die Elektroden auf dem Chip“, erklärt Ibsen. Die neue Technik macht es sich zunutze, dass Krebstumore eine bestimmte Art von Nanopartikeln in großer Menge produzieren – diese lassen sich leicht durch eine einfache Blutentnahme gewinnen. „Die Biomarker des Tumors befinden sich auf diesen kleinen Partikeln“, erläutert Ibsen. „Unsere Technologie ermöglicht es uns, diese Partikel nachzuweisen.“ Was laut den Forschenden noch besser ist: Die Studie habe gezeigt, dass sich mit dieser Technik maligne Pankreastumoren von gutartigen Vorstufen unterscheiden lassen. Mit bildgebenden Verfahren allein sei dies normalerweise nicht möglich. Diese Unterscheidung könnte Patienten eine invasive Operation ersparen, bei der eine sich als benigne erweisende Geschwulst entfernt würde. „Die Informationen aus unserem Bluttest könnten dem Chirurgen helfen zu entscheiden, ob eine Entfernung wirklich notwendig ist“, konstatiert Ibsen. Er schätzt, dass die Technik voraussichtlich in fünf Jahren klinisch eingesetzt werden kann. (ac) Mehr Aktuelles zu Bauchspeicheldrüsenkrebs: Neue Strategien gegen Bauchspeicheldrüsenkrebs Pankreaskarzinom: Experten definieren Oligometastasierung
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