Ernährung in der Schwangerschaft mit Koliken und Ekzem beim Säugling assoziiert27. Oktober 2026 KI-generiertes Symbolbild: Google Gemini Die Ernährung in der Schwangerschaft könnte mit dem gemeinsamen Auftreten von Ekzem und Koliken beim Säugling zusammenhängen. Darauf deuten Daten der Project-Viva-Studie aus den USA hin. „Unsere eigenen früheren Studien haben gezeigt, dass bei Kindern, die als Säuglinge Koliken hatten, im späteren Leben häufiger atopische Erkrankungen auftreten, darunter Asthma, saisonale Rhinitis und Nahrungsmittelallergien“, so die korrespondierende Autorin Prof. Jenifer Lightdale vom Boston Children’s Hospital in den USA. „Unsere neue Studie untersucht erstmals, wie die Ernährung während der Schwangerschaft Koliken und insbesondere die Kombination aus Koliken und Ekzem beeinflussen könnte, da Säuglinge mit beiden Erkrankungen im späteren Leben möglicherweise das höchste Risiko für verschiedene allergische Manifestationen aufweisen.“ Die Studie wurde in „JAMA Network Open“ veröffentlicht. Ernährungsqualität anhand zweier Scores bewertet Frühere Untersuchungen zu Ernährung und Koliken konzentrierten sich darauf, ob Ernährungsumstellungen bei stillenden Müttern nach der Geburt oder Änderungen bei der Auswahl der Säuglingsnahrung die Symptome bereits bestehender Koliken beeinflussen können. Für die aktuelle Studie untersuchten die Forschenden, ob die Ernährungsgewohnheiten von Frauen während der Schwangerschaft mit dem Risiko für Koliken bei ihrem Säugling, insbesondere für die Kombination aus Koliken und Ekzem, assoziiert waren. Mehr als 1300 Schwangere wurden von April 1999 bis November 2002 in Einrichtungen der Schwangerenvorsorge im östlichen Massachusetts für die Project-Viva-Studie rekrutiert. Die Teilnehmerinnen füllten regelmäßig Ernährungsfragebögen aus, die die Forschenden anhand des Mediterranean Diet Score (MDS) und des Dietary Inflammation Index (DII) bewerteten. Ein hoher MDS-Wert zeigte eine gesündere Ernährung mit einem hohen Verzehr von Obst, Gemüse, Vollkornprodukten, Hülsenfrüchten und gesunden Fetten sowie einem mäßigen Verzehr von Milchprodukten und fettarmen Proteinquellen an. Ein hoher DII-Wert zeigte eine weniger gesunde Ernährung mit einer hohen Zufuhr von rotem oder verarbeitetem Fleisch, zuckergesüßten Getränken, Natrium und raffinierten Getreideprodukten an. Die Teilnehmerinnen machten auch Angaben zu ihrem Verzehr häufig allergieauslösender Lebensmittel, darunter Erdnüsse, Erdnussbutter und andere Nüsse, Fisch sowie Schalen- und Weichtiere und außerdem Eier und Milchprodukte. Seltener Koliken und Ekzem bei mediterraner Ernährung In der Studie hatten 26 Prozent der Säuglinge Koliken und 5 Prozent sowohl Koliken als auch ein Ekzem. Bei Müttern, die sich stärker an einer mediterranen Ernährung orientierten, war das Risiko für das gemeinsame Auftreten von Koliken und Ekzem beim Säugling signifikant geringer: Jeder zusätzliche MDS-Punkt war mit einer Risikoreduktion um 15 Prozent assoziiert. Dagegen war jeder zusätzliche DII-Punkt mit einem um 34 Prozent höheren Risiko assoziiert. Bei der Analyse häufig allergieauslösender Lebensmittel zeigte sich: Jede zusätzliche, während der Schwangerschaft pro Woche verzehrte Portion Fisch und Meeresfrüchte war mit einer um 25 Prozent geringeren Wahrscheinlichkeit für das gemeinsame Auftreten von Koliken und Ekzem beim Säugling assoziiert. Andere typische allergieauslösende Lebensmittel – darunter Milchprodukte, Eier und Nüsse – standen nicht damit in Zusammenhang, einen Säugling mit Koliken und Ekzem zu haben. Die Berechnungen der Forschenden ergaben, dass alle in der Studie festgestellten Assoziationen bei Säuglingen am stärksten waren, deren Mütter allergische Erkrankungen in der Anamnese aufwiesen. „Unsere Ergebnisse liefern einen weiteren Grund, Schwangere dabei zu unterstützen, sich gesund und ausgewogen zu ernähren, mit besonderem Augenmerk auf dem Verzehr von Fisch und Meeresfrüchten“, sagt die Erstautorin Prof. Emily Oken, Präsidentin des Harvard Pilgrim Health Care Institute in Boston (USA). „Mütter möchten für ihre Kinder alles tun, was sie können, doch häufig erschweren finanzielle und andere strukturelle Hindernisse den Zugang zu einer gesunden Ernährung. Wir hoffen, dass unsere Studie nicht nur Einzelpersonen und Familien helfen kann, sondern auch Programmen und Angeboten, die die Gesundheit und Ernährung von Frauen unterstützen, darunter Programme auf US-Bundesebene wie WIC und SNAP sowie Programme von Krankenversicherungen und Gesundheitssystemen, etwa Initiativen unter dem Leitgedanken ‚Ernährung als Medizin‘.“ (ins)
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