Ernährungsbedingter Typ-2-Diabetes häufiger bei Männern

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Meghan O‘Hearn von der Tufts University (USA) und ihre Kollegen erstellten für ihre Studie ein Risikobewertungsmodell, das die Typ-2-Diabetes(T2D)-Inzidenz bei Erwachsenen, die in den Jahren 1990 und 2018 auf direkte und durch das Körpergewicht vermittelte Wirkungen von 11 Ernährungsfaktoren zurückzuführen war, in 184 Ländern schätzte. Die Studienergebnisse informieren über Ernährungsprioritäten, die gesetzt werden sollten, um die Ernährungsqualität zu verbessern und T2D zu reduzieren.

Im Jahr 2018 trug die suboptimale Aufnahme der untersuchten Ernährungsfaktoren zu schätzungsweise 14,1 Mio. T2D-Fälle bei (95%-Unsicherheitsintervall (UI) 13,8–14,4), was 70,3% (95%-UI 68,8–71,8) der neuen weltweiten Fälle entsprach. Die größten T2D-Belastungen waren auf eine unzureichende Vollkornaufnahme (26,1% [95%-UI 25,0–27,1]), eine übermäßige Aufnahme von raffiniertem Reis und Weizen (24,6% [95%-UI 22,3–27,2]) sowie von verarbeitetem Fleisch (20,3% [95%-UI 18,3–23,5]) zurückzuführen.

Die höchsten proportionalen Belastungen gab es auf geografischer Ebene in Mittel- und Osteuropa und Zentralasien (85,6% [95%-UI 83,4–87,7]) sowie in Lateinamerika und der Karibik (81,8% [95%-UI 80,1–83,4]) und die niedrigsten in Südasien (55,4% [95%-UI 52,1–60,7]).

Die Anteile des ernährungsbedingten T2D waren bei Männern größer als bei Frauen und korrelierten umgekehrt mit dem Alter. Bei Stadtbewohnern war ernährungsbedingter T2D im Vergleich zu Landbewohnern und bei Personen mit höherem gegenüber Personen mit niedrigerem Bildungsstand im Allgemeinen größer. Dies war allerdings nicht in Ländern mit hohem Einkommen wie Mittel- und Osteuropa und Zentralasien der Fall, wo die Belastungen bei Landbewohnern und Personen mit niedrigerem Bildungsstand größer waren. Im Vergleich zu 1990 stiegen die weltweiten ernährungsbedingten T2D-Fälle im Jahr 2018 um 2,6 absolute Prozentpunkte (8,6 Mio. weitere Fälle), wobei sich diese Trends je nach Weltregion und Ernährungsfaktor unterschieden.

Fazit
Die Ergebnisse zeigen, dass suboptimale Ernährungsfaktoren für etwa 70% der neuen T2D-Fälle weltweit verantwortlich sind, wobei die größten Belastungen auf unzureichender Vollkornaufnahme, übermäßigem Konsum von raffiniertem Reis und Weizen und verarbeitetem Fleisch liegen. (sh)

Autoren: O‘Hearn M et al.
Korrespondenz: Meghan O’Hearn; [email protected]
Studie: Incident type 2 diabetes attributable to suboptimal diet in 184 countries
Quelle: Nat Med 2023;29(4):982–995.
Web: https://doi.org/10.1038/s41591-023-02278-8