Ernährungsinterventionen verringern Symptomlast bei Reizdarm27. September 2024 © eldarnurkovic – stock.adobe.com (Symbolbild) Patienten mit Reizdarmsyndrom (RDS) werden Diäten und medizinische Behandlungen empfohlen. Bislang wurde in Studien jedoch noch nie die Wirksamkeit einer Diät mit einer pharmakologischen Behandlung verglichen. Dies geschah nun im Rahmen einer schwedischen monozentrischen Studie, in der die Effekte von 2 restriktiven diätetischen Behandlungsoptionen mit einer optimierten medizinischen Therapie bei RDS-Patienten bewertet wurden. Teilnehmer (≥18 Jahre) mit mittelschwerem bis schwerem RDS (Rom IV; RDS Severity Scoring System [IBS-SSS] ≥175) wurden zufällig (1:1:1) entweder einer Diät mit einem niedrigen Gehalt an FODMAP (fermentierbare Oligosaccharide Disacchariden, Monosaccharide und Polyole) plus traditioneller empfohlener RDS-Diät (im Folgenden LFTD-Diät), einer ballaststoffoptimierten Diät mit niedrigem Gesamtkohlenhydratgehalt und hohem Protein- und Fettanteil (im Folgenden kohlenhydratarme Diät) oder einer optimierten medizinischen Behandlung auf Basis des vorherrschenden RDS-Symptoms für jeweils 4 Wochen randomisiert. Primärer Endpunkt war der Anteil der Teilnehmer, der auf die 4-wöchige Intervention ansprach, definiert als eine Verringerung des IBS-SSS um ≥50 vs. Ausgangswert. Die Forscher schlossen 294 Teilnehmer ein (LFTD-Diät: n=96; kohlehydratarme Diät: n=97; optimierte medizinische Behandlung: n=101). Nach 4 Wochen hatten 76% der Teilnehmer in der LFTD-Gruppe, 71% der kohlenhydratarmen Gruppe und 58% in der medizinischen Behandlungsgruppe einen Rückgang des IBS-SSS um ≥50. Dabei bestand ein signifikanter Unterschied zwischen den Gruppen (p=0,023). Je 2 Personen in den beiden Diätgruppen brachen die Intervention aufgrund von unerwünschten Ereignissen ab, in der Gruppe mit optimierter medizinischer Behandlung brachen 5 Probanden die Behandlung aufgrund von Nebenwirkungen vorzeitig ab. Es traten keine schwerwiegenden unerwünschten Ereignisse oder behandlungsbedingte Todesfälle auf. Fazit Die beiden 4-wöchigen diätetischen Interventionen und die medizinische Behandlung verringerten den Schweregrad der RDS-Symptome, wobei die Wirkung in den Diätgruppen größer war und so deren Effektivität unterstreicht. (je) Autoren: Nybacka S et al. Korrespondenz: Sanna Nybacka; [email protected] Studie: A low FODMAP diet plus traditional dietary advice versus a low-carbohydrate diet versus pharmacological treatment in irritable bowel syndrome (CARIBS): a single-centre, single-blind, randomised controlled trial Quelle: Lancet Gastroenterol Hepatol 2024;9(6):507–520. Web: https://doi.org/10.1016/S2468-1253(24)00045-1
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