Ernährungsverhalten beeinflusst Risiko für Morbus Crohn15. April 2021 © Africa Studio – stock.adobe.com (Symbolbild) Das individuelle Ernährungsverhalten moduliert möglicherweise über Entzündungsprozesse das Auftreten einer chronisch-entzündlichen Darmerkrankung (CED). US-amerikanische WissenschaftlerInnen analysierten unter dieser Annahme Daten aus 3 prospektiven Kohorten, um die Auswirkungen des ernährungsbedingten Entzündungspotenzials auf das Risiko der Entwicklung von Morbus Crohn und Colitis ulcerosa zu bestimmen. Die Forschenden sammelten Daten von 166.903 Frauen und 41.931 Männern. Empirische diätetische Entzündungsmuster (EDIP)-Scores wurden auf der Grundlage der gewichteten Summen von 18 Lebensmittelgruppen berechnet, die mithilfe von Fragebögen zur Ermittlung der Einnahmehäufigkeit bestimmter Nahrungsmittel erhoben wurden. Selbstberichtete M.-Crohn- und C.-ulcerosa-Erkrankungen wurden durch Überprüfung der Krankenakten bestätigt. Es konnten so 328 Fälle von M. Crohn und 428 Fälle von C. ulcerosa über eine Nachbeobachtungszeit von 4.949.938 Personenjahren ermittelt werden. Das mediane Alter bei der CED-Diagnose betrug 55 Jahre (29–85 Jahre). Im Vergleich zu Teilnehmern im niedrigsten Quartil des kumulativen durchschnittlichen EDIP-Scores hatten diejenigen im höchsten Quartil (höchstes ernährungsbedingtes Entzündungspotenzial) ein um 51% höheres Risiko für M. Crohn (HR 1,51; 95%-KI 1,10–2,07; pTrend=0,01). Im Vergleich zu Teilnehmern mit anhaltend niedrigen EDIP-Scores zu 2 Zeitpunkten, getrennt durch einen Zeitraum von 8 Jahren, hatten sowohl Probanden mit einer Verschiebung von einem niedrigen zu einem hohen Entzündungspotenzial der Ernährung als auch diejenigen Probanden, die anhaltend eine proinflammatorische Ernährung konsumierten, ein höheres Risiko für M. Crohn (HR 2,05; 95%-KI 1,10–3,79 und HR 1,77; 95%-KI 1,10–2,84). Im Gegensatz dazu war das ernährungsbedingte entzündliche Potenzial nicht mit einem C.-ulcerosa-Risiko assoziiert (pTrend=0,62). Fazit Ernährungsmuster mit hohem Entzündungspotenzial sind mit einem erhöhten Risiko für M. Crohn, aber nicht für C. ulcerosa assoziiert. (bi) Autoren: Lo CH et al. Korrespondenz: Ashwin N. Ananthakrishnan; [email protected] Studie: Dietary Inflammatory Potential and Risk of Crohn’s Disease and Ulcerative Colitis Quelle: Gastroenterology 2020;159(3):873–883. Web: https://doi.org/10.1053/j.gastro.2020.05.011
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