Erstlinientherapie bei metastasiertem kastrationssensitiven Prostatakrebs: Dreifach- nicht immer besser als Zweifach-Kombinationen27. Juli 2023 Was ist die geeignete Therapie – eine oder zwei Arzneimittel zusätzlich zur Androgendeprivation? Foto: MrAshi – stock.adobe.com Bei einer heterogenen Patientenpopulation mit metastasiertem kastrationssensitiven Prostatakrebs (mCSPC) war bislang wenig zur Wirksamkeit einer Dreifachtherapie im Vergleich zur Zweifachbehandlung mit einem Androgen-Signalweg-Inhibitor (API) bekannt. Daher erstellte ein Team um Dr. Irbaz Bin Riaz von der Mayo Clinic in Phoenix, USA, jetzt eine „lebende“ systematische Überprüfung sowie eine Netzwerk-Metaanalyse. Das Fazit der Wissenschaftler: Der potenzielle Nutzen der Dreifachtherapie müsse unter sorgfältiger Berücksichtigung des Krankheitsvolumens und der Wahl der in den klinischen Studien verwendeten Zweifachtherapie-Vergleiche interpretiert werden. „Diese Ergebnisse sprechen für ein Gleichgewicht, wenn es um den Vergleich zwischen Dreifachtherapien und Zweifach-Kombinationen mit einem API geht, und geben eine Richtung für zukünftige klinische Studien vor“, ergänzen die Autoren. Für ihre systematische Überprüfung und die Metaanalyse durchsuchten die Autoren MEDLINE und Embase ab der Einrichtung der jeweiligen Datenbank (MEDLINE: 1946; Embase: 1974) bis zum 16.06.2021. Anschließend erstellten sie eine „lebende“ automatische Suche mit wöchentlichen Aktualisierungen, um neue Evidenz zu identifizieren, sobald sie verfügbar wird. Bei der Studienauswahl berücksichtigeten sie ausschließlich randomisierte klinische Studien (RCTs) der Phase III zur Bewertung von Therapieoptionen für die Erstlinie beim mCSPC. Aus geeigneten RCTs extrahierten zwei unabhängige Gutachter die Daten. Die verhältnismäßige Wirksamkeit verschiedener Therapieoptionen bewerteten die Autoren mit einer Fixed-Effect-Network-Metaanalyse (Datenanalyse am 10.07.2022). Einbezogen wurden 10 RCTs mit 11.043 Patienten und 9 einzelne Behandlungsgruppen. Das mediane Alter der eingeschlossenen Populationen lag laut Riaz et al. jeweils zwischen 63 und 70 Jahren. Aktuelle Evidenz für die Gesamtpopulation deutet darauf hin, dass die Dreierkombination aus Darolutamid, Docetaxel und Androgendeprivationstherapie (ADT) (HR 0,68; 95%-KI 0,57–0,81) sowie die Dreifachtherapie mit Abirateron, Docetaxel und ADT (HR 0,75; 95 %-KI, 0,59–0,95) im Vergleich zur Zweifachkombination aus Docetaxel und ADT mit einem verbesserten Gesamtüberleben assoziiert sind, jedoch nicht im Vergleich zu einer Zweifachkombination mit einem API. Bei Patienten mit hochvolumiger Erkrankung kann die Dreierkombination Abirateron, Docetaxel und ADT das Gesamtüberleben gegenüber Docetaxel + ADT verbessern (HR 0,72; 95%-KI 0,55–0,95), jedoch nicht gegenüber der Kombination von Abirateron, Enzalutamid oder Apalutamid mit ADT. Bei Patienten mit niedrigvolumiger Erkrankung verbessert Abirateron im Verbund mit Docetaxel und ADT das Gesamtüberleben vs. Apalutamid, Abirateron, Enzalumatid und Docetaxel, jeweils in Kombination mit ADT, allerdings nicht unbedingt. (sf/ms)
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