ESMO Congress 2024: Kombinationstherapie reduziert agitiertes Delirium bei Krebspatienten am Lebensende16. September 2024 Foto: ©Photographee.eu – stock.adobe.com Die Kombination zweier Medikamente könnte bei Krebspatienten, die am Ende ihres Lebens ein agitiertes Delirium entwickeln, möglicherweise hilfreich sein, wie eine auf dem ESMO Congress 2024 vorgestellte Studie belegt. Allerdings ist der Einsatz von Medikamenten in diesem Kontext umstritten. Die Behandlung mit einer Kombination aus Haloperidol und Lorazepam reduziert die Symptome des agitierten Deliriums, das bei Patienten mit fortgeschrittenem Krebs am Lebensende häufig auftritt, vs. Haloperidol allein. Das belegt eine neue Studie unter der Leitung von Wissenschaftlern des University of Texas MD Anderson Cancer Center. Die Ergebnisse wurden am 13. September auf dem Kongress 2024 der European Society for Medical Oncology (ESMO) vorgestellt (Abstract 1476O). Ein agitiertes Delirium tritt auf, wenn die Gehirnfunktion eines Patienten mit fortschreitendem Krebs nachlässt, was dazu führt, dass sich viele Patienten aggressiv oder abnormal verhalten. Obwohl der Einsatz von Medikamenten in diesem Zusammenhang umstritten ist, deuten diese Ergebnisse darauf hin, dass maßgeschneiderte Kombinationsbehandlungen die Symptome für Patienten am Lebensende erheblich verbessern können. „Das fortgeschrittene Delirium ist bei vielen Patienten mit fortgeschrittenem Krebs, die Palliativpflege erhalten, weit verbreitet und äußerst belastend, aber wir haben nur begrenzte Evidenz für den Einsatz und die Wirksamkeit der Behandlung dieser Erkrankung“, erklärte Studienleiter Dr. David Hui, Professor für Palliativ-, Rehabilitations- und Integrative Medizin. „Die RECORD-Studie bietet wertvolle Daten und Erkenntnisse, die den Einsatz der Therapie im Rahmen der Palliativpflege unterstützen, um dem Patienten die Situation zu erleichtern.“ Bei Patienten, die die Kombination aus Haloperidol und Lorazepam erhielten, kam es zu einer signifikanten Abnahme des agitierten Deliriums, wenn es nach 24 h mit einem Standard-Bewertungsinstrument gemessen wurde. Im selben Zeitraum benötigte diese Gruppe nicht mehr als 2 Notfalldosen oder zusätzliche Medikamente nach Bedarf. Die Forschenden beobachteten auch eine signifikante Abnahme des agitierten Deliriums bei Patienten, die nur mit Lorazepam behandelt wurden, aber diese Patienten benötigten mehr Notfalldosen. In der Placebo-Gruppe war eine sehr geringe Abnahme des Deliriums zu verzeichnen, und in einigen Fällen benötigten die Patienten bis zu 5 Notfalldosen. Die multizentrische Studie untersuchte die Behandlung von 75 erwachsenen Patienten mit verschiedenen Krebsarten. Die Patienten erhielten eine verblindete Behandlung mit der Kombinationstherapie, Lorazepam allein oder Placebo intravenös alle 4 h. Die in der Studie beobachteten Nebenwirkungen waren zu erwarten und stimmten mit dem Sterbeprozess überein. „Indem wir die Behandlung dieses belastenden Symptoms proaktiv personalisieren, bieten wir Betreuern, Familien und Patienten die Möglichkeit einer sinnvollen Verbindung in der ihnen verbleibenden Zeit“, betonte Hui.
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