EU-Projekt BRISA: Reduzierung luftgetragener, krebserregender Stoffe in der Industrie25. August 2026 Foto: Pavel/stock.adobe.com Das EU-geförderte Projekt BRISA will innovative Lösungen entwickeln, um für in der Industrie Beschäftigte die Belastung durch krebserzeugende und andere gefährliche, luftgetragene Stoffe am Arbeitsplatz zu reduzieren. BRISA steht für „Breakthrough Research on Industrial Safety Against Airborne Carcinogens and Emerging Pollutants“. Im Rahmen des Projektes soll die Reduzierung von krebserzeugenden luftgetragenen Stoffen am Arbeitsplatz mit einem integrierten Ansatz angegangen werden. Dieser verbindet die Entwicklung sichererer Materialien und Prozesse mit Technologien zur Echtzeitüberwachung, Künstlicher Intelligenz, regulatorischer Intelligenz und Schulungen für Beschäftigte.Der offizielle Startschuss für das Projekt fiel Mitte Juni im Rahmen eines Kick-Off-Meetings am Instituto de Tecnología Cerámica (ITC) auf dem Campus der Universitat Jaume I in Castellón (Spanien). BRISA wird von der spanischen Forschungs- und Technologieorganisation AICE (Asociación de Investigación de las Industrias Cerámicas) koordiniert. Inititative für sektorübergreifende Zusammenarbeit Ziel ist es, potenzielle Gesundheitsrisiken frühzeitig zu erkennen, auf Grundlage fundierter wissenschaftlicher Erkenntnisse zu bewerten und Empfehlungen für eine sichere und verantwortungsvolle Umsetzung zu geben. Auf diese Weise trägt das Fraunhofer ITEM dazu bei, dass technologische Innovation und Sicherheit während des gesamten Projekts Hand in Hand gehen.BRISA ist ein von Horizon Europe gefördertes Projekt. Es wird von der Europäischen Union gefördert. Irina Celades, Projektkoordinatorin von AICE, sagt: „Als Mitglied des Koordinationsteams des BRISA-Projekts engagiert sich AICE intensiv dafür, die Prinzipien von ‚Safe and Sustainable by Design‘ entlang industrieller Wertschöpfungsketten umzusetzen. BRISA ist eine wichtige europäische Initiative, um die sektorübergreifende Zusammenarbeit zu fördern, fundiertes Wissen zu generieren und die Entwicklung innovativer, wissenschaftlich fundierter Lösungen zu unterstützen, die zu einem Übergang in Richtung einer klimaneutralen und widerstandsfähigen Kreislaufwirtschaft beitragen.“In den kommenden 48 Monaten wird BRISA seine Lösungen in fünf industriellen Pilotanwendungen entwickeln und validieren: in der Keramikindustrie in Spanien, einer Sandgießerei in Deutschland, dem Recycling von Altreifen in Polen, der Verarbeitung mineralischer Füllstoffe und Kunststoffe in der Türkei sowie dem Kunststoffrecycling in den Niederlanden.Die Arbeiten konzentrieren sich auf vier Bereiche:• Aufbau harmonisierter Wissensgrundlagen und Datensätze zu krebserzeugenden und neu auftretenden luftgetragenen Schadstoffen.• Unterstützung bei der Entwicklung sichererer und nachhaltigerer Materialformulierungen und industrieller Prozesse.• Einsatz robuster und kostengünstiger Überwachungssysteme sowie KI-gestützter digitaler Zwillinge zur Vorhersage und Steuerung von Emissionen.• Bereitstellung praxisnaher Schulungstools, die Beschäftigte dabei unterstützen, Sicherheitsmaßnahmen entlang der gesamten Lieferkette zu stärken. Bis 2035 soll BRISA den Einsatz seiner Lösungen in 600 bis 800 Industrieanlagen unterstützen und damit zum Schutz von mehr als 45.000 Beschäftigten beitragen. Gleichzeitig sollen Materialverbrauch und Energiebedarf reduziert werden.Das Fraunhofer ITEM bringt seine umfassende Expertise in der Bewertung von Gesundheitsrisiken durch chemische Stoffe und luftgetragene Partikel am Arbeitsplatz in das BRISA-Projekt ein. Als wissenschaftlicher „Safety Gatekeeper“ unterstützt das Institut die Entwicklung der im Projekt vorgesehenen Lösungen zur Reduzierung der Exposition gegenüber gefährlichen Stoffen an verschiedenen Arbeitsplätzen aus Sicht der Sicherheits- und Risikobewertung.
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