Europäische Kommission will Plan zur Verbesserung der kardiovaskulären Gesundheit in Europa ausarbeiten11. Dezember 2024 Symbolfoto: ©millaf/stock.adobe.com Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind für etwa ein Drittel aller Todesfälle in der EU verantwortlich und tragen wesentlich zur Morbidität und Behinderung bei. Ein europäischer Plan soll es richten. Der Rat zur Verbesserung der kardiovaskulären Gesundheit in der Europäischen Union (EU) fordert verstärkte Bemühungen zur Prävention von Herz-Kreislauf-Erkrankungen in Europa. Am 3. Dezember haben die 27 EU-Gesundheitsministerinnen und Gesundheitsminister die Schlussfolgerungen des Rates einstimmig angenommen, wonach die Europäische Kommission nun einen neuen EU-weiten Plan für die Herz-Kreislauf-Gesundheit ausarbeiten wird. In seinen Schlussfolgerungen schlägt der Rat eine Reihe von Maßnahmen vor, die sich insbesondere auf Prävention, Früherkennung, Behandlung und Rehabilitation konzentrieren – aber auch die Förderung von Forschung und Innovation beinhalten. Unter anderem fordert der Rat eine Verbesserung der Gesundheitskompetenz, eine Sensibilisierung für die Herz-Kreislauf-Gesundheit und die Verhinderung ungesunder Lebensweisen wie Tabakkonsum, übermäßiger Alkoholkonsum oder ungesunde Ernährung. Außerdem sollen die Mitgliedstaaten einen gleichberechtigten Zugang zur kardiovaskulären Gesundheitsversorgung gewährleisten, Vorsorgeuntersuchungen in die regelmäßigen Gesundheitsuntersuchungen einbeziehen und die Ausbildung des Gesundheitspersonals verbessern. Lob von europäischen Herzorganisationen Die Europäische Gesellschaft für Kardiologie (European Society of Cardiology, ESC) begrüßt die Ankündigung der Europäischen Kommission, Maßnahmen zur Verbesserung der Herz-Kreislauf-Gesundheit zu ergreifen und sich dabei am europäischen Plan zur Krebsbekämpfung zu orientieren, der der europäischen Bevölkerung zugute komme. Mit der Annahme der Schlussfolgerungen des Rates hätten die EU-Gesundheitsministerinnen und -minister „ein starkes politisches Engagement zur Verbesserung der kardiovaskulären Gesundheit in ganz Europa bekundet.“ Auf EU-Ebene müsse die Dynamik beibehalten werden, um angemessene EU-Mittel für Interventionen bereitzustellen und Investitionen in Forschung, Entwicklung und den Ausbau von Registern zu fördern, um die kardiovaskuläre Versorgung weiter zu verbessern, erklärt die ESC. Man unterstütze nachdrücklich die in den Schlussfolgerungen des Rates dargelegten Meilenstein-Empfehlungen, in denen die Mitgliedstaaten aufgefordert werden, Maßnahmen für die kardiovaskuläre Gesundheit im Rahmen eigenständiger oder umfassenderer strategischer Agenden für nicht übertragbare Krankheiten zu verabschieden oder zu aktualisieren. „Dies ist ein Wendepunkt für die Förderung der kardiovaskulären Gesundheit der europäischen Bürger, und die ESC ist bereit, die Entwicklung des EU-Herz-Kreislauf-Plans sowie die Bemühungen zu unterstützen, um sicherzustellen, dass die Schlussfolgerungen des Rates erfolgreich von schriftlichen Verpflichtungen in konkrete Maßnahmen umgewandelt werden“, sagt ESC-Präsident Prof. Thomas F. Lüscher. Auch das Europäische Herznetzwerk (European Heart Network, EHN) lobt die Ankündigung eines europäischen Plans für die kardiovaskuläre Gesundheit als „einen wichtigen Schritt nach vorn bei der Bekämpfung der häufigsten Todesursache in Europa“. Das EHN ist die Dachorganisation von 31 europäischen Herzstiftungen, zu denen auch die Deutsche Herzstiftung gehört. Die Mitglieder der EHN haben sich der Patienteninformation, Aufklärung und Prävention sowie der kliniknahen Forschungsförderung mit Blick auf kardiovaskuläre Themen verschrieben. Dr. Charmaine Griffiths, Präsidentin des EHN, betont: „Die Beschlüsse des Ministerrats sind entscheidende Schritte, aber wir müssen sie durchziehen, um das Ziel eines herzgesunden Europas zu erreichen.“ (ah/BIERMANN)
Mehr erfahren zu: "Schwangerschaft zeigt künftiges kardiometabolisches Risiko auf" Schwangerschaft zeigt künftiges kardiometabolisches Risiko auf Eine Studie zeigt, dass ungünstigere Werte der kardiovaskulären Gesundheit während der Schwangerschaft – auch bei ausbleibenden Komplikationen – mit einem höheren Risiko für kardiometabolische Erkrankungen nach der Entbindung assoziiert sind.
Mehr erfahren zu: "Zi-Trendreport: Weiter hohe Nachfrage nach Psychotherapie" Zi-Trendreport: Weiter hohe Nachfrage nach Psychotherapie Bei insgesamt weitgehend konstant gebliebener Inanspruchnahme der ambulanten Versorgung hat die Zahl der Behandlungsfälle in Psychotherapie und Psychiatrie im Jahr 2025 deutlich zugenommen. Weniger Fälle haben hingegen Kinder- und Jugendärzte behandelt. Das geht […]
Mehr erfahren zu: "Warken will Krankheitsprävention ausbauen" Warken will Krankheitsprävention ausbauen Wenn man eine Erkrankung hat, wird man behandelt – das ist im deutschen Gesundheitswesen klar. Um Risiken zu mindern oder früher zu erkennen, soll aber auch die Prävention eine größere […]