Herz-Kreislauf-Erkrankungen: Versorgungsmodell für Patienten nach Krankenhausaufenthalt

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Ein pflegefachlich geleitetes Versorgungsmodell kann ältere Herz-Kreislauf-Patienten nach dem Krankenhaus unterstützen. Die telefonische Begleitung ging in einer Studie mit weniger Wiederaufnahmen und kürzeren Klinikaufenthalten einher.

Ältere Patienten, die nach einem Krankenhausaufenthalt wegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen entlassen werden, haben ein erhöhtes Risiko für eine Wiederaufnahme innerhalb von 30 Tagen. Das Versorgungsprogramm „Cardiolotse“ soll Patienten nach der Entlassung unterstützen und ihnen helfen, sich im Gesundheitssystem zurechtzufinden. Im Rahmen einer randomisierten kontrollierten Studie untersuchte eine Arbeitsgruppe aus München und Berlin das pflegefachlich geleitete sektorenübergreifende Versorgungsmodell.

Die Forschenden schlussfolgern, dass die Telefonate zwischen den Betreuungspersonen und den Patienten zur Gesundheit der Patienten beigetragen können, was zu einer Reduktion von Wiederaufnahmen und kürzeren Krankenhausaufenthalten führen kann. Die Ergebnisse der Prozessevaluation der Cardiolotse-Studie haben sie nun in „BMC Health Services Research“ veröffentlicht.

Um vertiefte Einblicke in die Implementierungsprozesse zu erhalten, haben die Autoren semistrukturierte Interviews mit allen relevanten Zielgruppen geführt. Sie nutzten Fragebögen und Krankenakten, um Wirkmechanismen zu untersuchen und nachzuvollziehen, auf welche Weise die Intervention Veränderungen bewirkte. Die qualitativen Daten werteten sie mittels Inhaltsanalyse unter Verwendung deduktiver und induktiver Kategorien aus. Zur Untersuchung der quantitativen Daten kamen deskriptive Statistiken und Subgruppenanalysen zum Einsatz.

Positive Bewertung durch Patienten und Cardiolotsen

Insgesamt wurde das Schulungsprogramm von den Studienpflegefachpersonen, den sogenannten Cardiolotsen, positiv bewertet. Die Cardiolotsen fungierten als wichtige Ansprechpartner für die Patienten, überprüften regelmäßig deren Gesundheitszustand und die Einhaltung von Medikamenten und Therapien nach der Entlassung. Die durch die Cardiolotsen unterstützten Patienten berichteten eine hohe Zufriedenheit. Auch die Interaktionen zwischen Cardiolotsen und Patienten wurden als vertrauensvoll und verlässlich beschrieben. 

Im Verlauf der Intervention fanden insgesamt etwa 12.500 Kontakte statt. Unterschiede bei den Zufriedenheitswerten zwischen Interventions- und Kontrollgruppe hinsichtlich der medizinischen Behandlung oder der Zusammenarbeit der an der Behandlung beteiligten Leistungserbringer konnten jedoch nicht festgestellt werden. Darüber hinaus deuteten die Daten auf eine begrenzte Reichweite bei den niedergelassenen Ärzten hin: Mit 90 Prozent der teilnehmenden Hausärzte und Kardiologen konnte durch die Cardiolotsen kein regelmäßiger Kontakt etabliert werden.

Austausch mit Niedergelassenen noch ausbaufähig

Für zukünftige Implementierungen und Forschungsarbeiten empfehlen die Autoren daher, eine regelmäßige interpersonelle Kommunikation mit Ärzten und einen zuverlässigen Transfer von Patientendaten zwischen den interagierenden Gesundheitsdienstleistern zu berücksichtigen. Die Prozessbewertung zeigte, dass umfassende ambulante Patientendaten den Cardiolotsen nicht immer zur Verfügung standen und die Kommunikation mit den ambulanten Ärzten nicht wie geplant erfolgte. (ins)