Europäische Millionenförderung für Neurowissenschaftler9. November 2020 Sechs Millionen Euro Förderung des Europäi-schen Forschungsrates gehen an zwei Göttinger Neurowissenschaftler (v.l.): Silvio Rizzoli, UMG, und Nils Brose, MPI für experimentelle Medizi Göttingen. (Foto: Ben Cooper) Mehr als 20 Millionen Euro erhalten deutsche NeurowissenschaftlerInnen vom Europäischen Forschungsrat. Davon fließen allein sechs Millionen an den Campus Göttingen. Die Göttinger Professoren Silvio Rizzoli, Direktor des Instituts für Neuro- und Sinnesphysiologie der Universitätsmedizin Göttingen (UMG), und Nils Brose, Direktor der Abteilung für Molekulare Neurobiologie am Max-Planck-Institut für Experimentelle Medizin, gehören zu den in diesem Jahr ausgezeichneten Empfängern hoch-kompetitiver ERC-Grants. Beide werden ab 2021 durch das EU-Eliteförderprogramm ERC-Synergy-Grants unterstützt. Insgesamt fließen bis zum Jahr 2026 über sechs Millionen Euro an den Göttingen Campus. Prof. Silvio Rizzoli stehen zusammen mit dem Biophysiker Prof. Markus Sauer vom Biozentrum der Universität Würzburg und dem Neurowissenschaftler Prof. Ed Boyden vom Massachusetts Institute of Technology in Cambridge, USA, insgesamt elf Millionen Euro für ihr Vorhaben ULTRARESOLUTION zur Verfügung. Zusammen wollen die Wissenschaftler neue höchstauflösende Mikroskopiemethoden entwickeln, um den Aufbau von Nervenzellen zu analysieren. Dazu kombinieren sie sogenannte superauflösende Mikroskopietechniken mit einer neuen Methode zur gleichmäßigen physischen Ausdehnung der zu untersuchenden Proben. „Unser Ziel ist es, Zellstrukturen abzubilden, die mit gängigen Methoden bisher nicht auflösbar sind“, sagt Rizzoli. Mit insgesamt zehn Millionen Euro werden Prof. Nils Brose, die Neurowissenschaftlerin Prof. Anne Schäfer vom Mount Sinai Hospital in New York sowie die Neurobiologen Prof. Thomas Oertner vom Institut für Synaptische Physiologie der Universität Hamburg und Prof. Antoine Triller vom Institut für Biologie der Ecole Normale Supérieure in Paris gefördert. Ihr Forschungsprojekt MICRO-COPS fokussiert auf Mikrogliazellen. Brose und seine Mitstreiter wollen die bisher unerforschte Funktion dieser Zellen bei der Kontrolle von Nervenzellschaltkreisen untersuchen. „Dass unter den europaweit nur 33 Synergy-Grants gleich zwei sind, die in Göttingen initiiert wurden, ist eine fantastische Auszeichnung für unseren neurobiologischen Wissenschaftsstandort“, sagt Brose. „Diese Mittel geben uns die Möglichkeit, ganz neue Themengebiete zu erschließen.“ „Nils Brose und ich kooperieren bereits seit Jahren und leiten zusammen den DFG-Sonderforschungsbereich Quantitative Synaptologie, in dem wir uns mit der Biologie von Synapsen befassen, über die Nervenzellen miteinander kommunizieren. Die beiden Synergy-Grants sind ein Beleg für die hohe internationale Reputation der Neurowissenschaften am Forschungsstandort Göttingen“, sagt Rizzoli.
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