Europaweit erste ambulante CAR-T-Zell-Therapie in München verabreicht21. Juli 2021 Chimärer Antigenrezeptor, der an CD19-Moleküle auf einer Leukämiezelle bindet. Bild: © Juan Gärtner – stock.adobe.com Onkologen am LMU Klinikum München schlagen eine neue Richtung in der Behandlung von Patienten mit der CAR-T-Zell-Therapie ein: Das Team der Immunotaskforce des LMU Klinikums hat jetzt als 1. Team in Deutschland und Europa CAR-T-Zellen im ambulanten Setting verabreicht. Ob die ambulante Gabe sich zum Standardverfahren etablieren kann, muss in der laufenden Studie der Medizinischen Klinik III unter der Leitung von Prof. Marion Subklewe erst noch erprobt werden. Am LMU Klinikum wird die Therapie erfolgreich seit mehr als 2 Jahren eingesetzt. Etwa 60 Patienten mit Leukämien und Lymphomen wurden inzwischen damit behandelt. Bislang war für diese Therapie ein mehrwöchiger stationärer Aufenthalt erforderlich. Nun möchte das Team um Subklewe von der Medizinischen Klinik III diese Therapie im ambulanten Setting etablieren. Es kommen derzeit jedoch nur bestimmte Krebspatienten dafür in Frage. Diese werden im Vorfeld nach festgelegten medizinischen Kriterien untersucht und für die ambulante CAR-T-Zell-Therapie im Rahmen einer klinischen Studie ausgewählt. Ambulant bedeutet, dass die Patienten noch am selben Tag der Gabe der gentechnisch veränderten Zellen nach Hause gehen können. Ein Spezialteam der Immunotaskforce der Medizinischen Klinik III kümmert sich um die ambulante (Nach)-Betreuung und Überwachung. Das Studiensetting sieht bestimmte Vorgaben dafür vor: In den ersten Wochen kommt der Patient jeden Tag in die Klinik. Wenn er stabil ist und die Therapie ohne Nebenwirkungen verträgt, greift ab der 3. Woche zusätzlich zu den dann seltener werdenden Besuchen in der Klinik ein Telefonmonitoring. „Eine so engmaschige ambulante Mitbetreuung wäre noch vor einigen Jahren kaum denkbar gewesen. In Zeiten der allgemeinen Vernetzung durch Smartphones und auch Videotelephonie sind aber inzwischen telemedizinische Ansätze zur intensiven Rundum-Betreuung der Patienten im ambulanten Setting möglich“, sagt Dr. Christian Schmidt von der Studienzentrale für Hämatologie der Medizinischen Klinik III. Hier kann man sich in Zukunft auch noch weitere innovative Lösungen zur Patientenkommunikation, zum Beispiel durch spezielle Smartphone-Apps, vorstellen. Für Notfälle oder bei Auftreten von Nebenwirkungen ist eine feste Telefonnummer hinterlegt, über die 24 Stunden das Team der Immunotaskforce erreichbar ist. Außerdem ist der Lebenspartner des Patienten ebenfalls in die Therapie involviert und wird vorab durch das medizinische Team geschult. Die Patienten führen ein Tagebuch, in dem sie ihre körperliche Verfassung dokumentieren. Diese Angaben fließen ebenfalls in die Studienbewertung mit ein. „Die ambulante CAR-T-Zell-Therapie ist ein wichtiger Schritt, diese neue Therapieform noch mehr Patienten zur Verfügung zu stellen. Bislang ist die ambulante Therapie aber noch Studienpatienten vorbehalten. Bis die ambulante Gabe zum Standardverfahren geworden ist, wird es aber sicherlich noch einige Zeit dauern“, erklärt Subklewe, Studienleiterin der neuen ambulanten CAR-T-Zelltherapie am LMU Klinikum München.
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