„Ewige Chemikalie“: PFOS mit Kolorektalkarzinomen in Verbindung gebracht11. September 2024 Perfluoroctansulfonsäure (PFOS) hält sich lange in der Umwelt und wirkt sich negativ unter anderem auf die Darmgesundheit aus. (Abbildung: © hogehoge511/stock.adobe.com) Eine aktuelle Studie aus den USA beleuchtet die Frage, wie sich der Umweltschadstoff Perfluoroctansulfonsäure (PFOS) auf den Darm auswirken und möglicherweise das Risiko für die Entwicklung von Kolorektalkarzinomen erhöhen kann. Die in „Chemosphere“ veröffentlichte Arbeit unter der Leitung von Dr. Josiane Tessmann, einer Postdoktorandin im Labor von Dr. Yekaterina Zaytseva am Markey Cancer Center der University of Kentucky (USA), ist laut den Forschenden die erste, die zeigt, dass eine langfristige PFOS-Exposition zu Veränderungen in Darmzellen führen kann, die mit der Entwicklung von Kolorektalkarzinomen in Verbindung stehen. PFOS gehört zu einer Gruppe von Chemikalien namens PFAS (Perfluoralkyl- und Polyfluoralkylsubstanzen), die in industriellen Anwendungen und Verbraucherprodukten weit verbreitet sind. PFAS werden oft als „ewige Chemikalien“ bezeichnet, da sie sich nicht leicht abbauen lassen und lange Zeit in der Umwelt und im menschlichen Körper verbleiben können. Die Belastung ist mit negativen gesundheitlichen Folgen verbunden, darunter Stoffwechselstörungen, verringerte Immunreaktionen und ein erhöhtes Krebsrisiko. Während frühere Studien PFOS mit mehreren Krebsarten in Verbindung gebracht haben, darunter Brust-, Leber- und Nierenkrebs, ist diese Studie nach Angaben der Autoren die erste, die einen möglichen Zusammenhang zwischen PFOS-Exposition und Kolorektalkarzinomen aufzeigt. „Das Verständnis dafür, wie PFOS Darmzellen schädigt, liefert Wissenschaftlern neue Ideen, wie diese Auswirkungen verhindert werden können“, erklärt Zaytseva, außerordentliche Professorin an der Abteilung für Toxikologie und Krebsbiologie des University of Kentucky College of Medicine. „Diese Studie eröffnet ein neues Forschungsgebiet, das unsere Herangehensweise an die Vorbeugung von Kolorektalkarzinomen in Gemeinden mit hoher PFOS-Belastung verändern könnte.“ Zaytseva fügte hinzu, dass diese Erkenntnisse besonders für den US-Bundesstaat Kentucky wichtig seien: PFAS-Chemikalien würden hier in 90 Prozent der getesteten Oberflächengewässer gefunden, wobei PFOS eine der häufigsten sei. Die Studie an Mäusen ergab, dass die PFOS-Exposition zu niedrigeren Werten eines ketogenen Enzyms namens HMGCS2 im Darm führte, das eine wichtige vorbeugende Rolle bei mehreren Krebsarten – einschließlich Kolorektalkarzinomen – spielt. Gleichzeitig erhöhte die Exposition die Konzentrationen von Proteinen, die mit Krebswachstum in Verbindung stehen. Zaytsevas Team stellte auch ähnliche Veränderungen in Proben menschlicher Darmzellen fest, wenn diese PFOS ausgesetzt waren. Die Studienergebnisse legen nahe, dass bestimmte Ernährungsumstellungen dazu beitragen könnten, den Darm vor den schädlichen Auswirkungen der PFOS-Exposition zu schützen. Zukünftige Studien werden sich auf die Prüfung von Ernährungsinterventionen konzentrieren, darunter das Nahrungsergänzungsmittel Beta-Hydroxybutyrat, das auf natürliche Weise im Körper produziert wird, wenn HMGCS2 vorhanden ist, um zu sehen, ob sie PFOS-induzierte Veränderungen in normalen Darmgeweben verhindern können.
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