Exzessiver Alkoholkonsum: Gestörtes Protein-Recycling trägt zu MASLD bei5. September 2025 Abbildung: © Creativa Images/stock.adobe.com US-Forschende haben herausgefunden, dass der Schlüssel für den Zusammenhang zwischen Alkoholmissbrauch und einer Stoffwechseldysfunktion-assoziierten steatotischen Lebererkrankung (MASLD) in einem Enzym liegt, das am Recycling unerwünschter Proteine beteiligt ist. Bei diesem Enzym, das überall im menschlichen Körper zu finden ist, handelt es sich um das Valosin-containing Protein (VCP, auch als p97 bezeichnet). „Wir waren überrascht festzustellen, dass VCP ein spezifisches Protein von der Oberfläche von Lipidtröpfchen entfernt“, berichtet Seniorautor Dr. Marc McNiven von der Mayo Clinic (USA). „Wenn sich dieses Protein mit der Bezeichnung HSD17β13 ansammelt, steigt der Fettgehalt in Leberzellen sprunghaft an und trägt zur Fettlebererkrankung bei.“ Bei Menschen, die nicht an einer Fettlebererkrankung leiden, scheint das Enzym VCP das Protein HSD17β13 in Schach zu halten und so eine übermäßige Akkumulation von Lipidtröpfchen zu verhindern. Bei Alkoholmissbrauch aber wird VCP offenbar fast vollständig von der Oberfläche der Lipidtröpfchen entfernt, wodurch sich HSD17β13 in signifikantem Ausmaß ansammeln kann. Ziel für mögliche neue Therapien Die Studienautoren gewannen auch neue Erkenntnisse zu dem ausgeklügelten Recycling-Mechanismus, dessen sich VCP bedient: Das Enzym kooperiert mit einem Chaperon-Protein, um beschädigte Proteine zu Lysosomen zu transportieren, wo die unerwünschten Proteine dann aufgebrochen werden. „Das zu sehen, war erstaunlich“, erklärt Hauptautorin Sandhya Sen, ebenfalls von der Mayo Clinic. Die Wissenschaftler gehen auf Basis ihrer Forschungsergebnisse davon aus, dass HSD17β13 ein Ziel für mögliche neue Therapien sein kann, mit denen sich eine Fettlebererkrankung vermeiden oder behandeln ließe. Laut McNiven tragen die Studienergebnisse dazu bei, die Biologie von Lipidtröpfchen besser zu verstehen und auch, wie Hepatozyten arbeiten, um deren Fettgehalt zu reduzieren. „[Die Erkenntnisse] helfen auch dabei, im Vorfeld zu sagen, welche Patienten eine Neigung zu den schädlichen Auswirkungen haben, die exzessiver Alkoholkonsum auf die Leber hat, wenn dieses zelluläre System gestört ist.“ Die kürzlich im „Journal of Cell Biology“ publizierte Arbeit ist Teil der Forschungsinitiative „Precure“ der Mayo Clinic. In deren Rahmen werden Tools entwickelt, die Mediziner dazu befähigen sollen, biologische Prozesse zu erkennen und darin einzugreifen, bevor sie sich zu einer Erkrankung entwickeln oder zu einer komplexen, schwer zu behandelnden Krankheit voranschreiten. (ac)
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