Fachgesellschaften stärken STIKO den Rücken

Die Mitglieder der STIKO (v.l.n.r.): 1. Reihe (sitzend): Garbe, von Kries, Hummers-Pradier, Roebl-Mathieu, Wicker 2. Reihe: Littmann, Widders, Meerpohl, Mertens, Klug, Ledig, Heininger 3. Reihe: Zepp, Terhardt, Überla, Bogdan, van der Sande, Burchard. (Quelle: WDR/AufmKolk)

Führende medizinische Fachgesellschaften haben eine Stellungnahme zur zentralen Bedeutung der Ständigen Impfkommision (STIKO) für wissenschaftlich fundierte und Evidenz-verpflichtete Impfempfehlungen verfasst.

Die unterzeichnenden 30 Fachgesellschaften und die Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF) sehen die aktuelle Diskussion um Impfziele, Priorisierung und der Verknüpfung von Impfung und Öffnungsstrategien mit Sorge, insbesondere, was die zentrale Rolle der Ständigen Impfkommission (STIKO) betrifft.

In einer Mitteilung erklärte die AWMF: “Die Empfehlungen der STIKO haben eine wichtige Funktion für die Transparenz, Klarheit, Verlässlichkeit und Akzeptanz staatlichen Handelns im Sinne des öffentlichen Gesundheitsschutzes unserer Bevölkerung. Die STIKO hat nach dem Infektionsschutzgesetz die mandatierte Aufgabe, Empfehlungen zu Schutzimpfungen herauszugeben. Diese sind maßgeblich für die Länder, Gesundheitsämter und impfenden Ärzte, im Falle der Impfung von Kindern auch für die Aufklärung der Eltern beziehunsgweise Sorgeberechtigten. Die obersten Landesgesundheitsbehörden sprechen öffentliche Empfehlungen für Schutzimpfungen oder andere Maßnahmen der spezifischen Prophylaxe auf der Grundlage der jeweiligen Empfehlungen der Ständigen Impfkommission aus.”

In der Stellungnahme sperechen die unterzeichnenden wissenschaftlich-medizinischen Fachgesellschaften und die AWMF der STIKO ihr “ausdrückliches Vertrauen” aus.

Die Impfempfehlungen der STIKO seien eine wichtige Vorbereitung von politischen Entscheidungsfindungen bei der Pandemiebekämpfung in Deutschland. Die Risikobewertung erfolge in einem strukturierten Prozess und basiere auf den derzeit besten verfügbaren, wissenschaftlichen Erkenntnissen, erklärte die AWMF. Hieeraus abgeleitet erfolge die Verabschiedung konkreter wissenschaftlicher Empfehlungen auf einer gesetzlich verankerten Basis .

Dem Auftrag der Herausgabe von Impfempfehlungen und von Kriterien einer Priorisierung sei die STIKO bislang in wissenschaftlich begründeter und der verfügbaren Evidenz verpflichteten Weise nachgekommen. Hieraus resultierte bisher auch der notwendige breite gesellschaftliche Konsens.

“Wir unterstützen nachdrücklich die Arbeit der STIKO und ihren Auftrag, auf der Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse unabhängig und frei von Beeinflussung Risikoabschätzungen und Empfehlungen zu erarbeiten. Die STIKO-Mitglieder bringen eine vielfältige klinische und wissenschaftliche Expertise mit und müssen weiter unabhängig und objektiv agieren können. Der aktuelle Anlass der Vorbereitung einer Impfstrategie für Kinder und Jugendliche ab zwölf Jahren zeigt exemplarisch, dass ein solches, der Wissenschaft und Evidenz verpflichtetes Expertengremium dringend notwendig ist”, erklärte die AWMF.