Fast jeder dritte Herzpatient leidet unter einer psychischen Störung22. Juni 2017 © aletia2011- fotolia.com Bei der 44. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Prävention und Rehabilitation von Herz-Kreislauferkrankungen (DGPR) e. V. am 16. und 17. Juni 2017 in Berlin stand die psychokardiologische Rehabilitation im Vordergrund. „Rund 30 Prozent der Herzpatienten in der Rehabilitation leiden unter einer Angststörung, Depression oder zeigen eine Belastungsreaktion.“ Dies teilten Prof. Dr. Volker Köllner und Dr. Johannes Glatz, Tagungspräsidenten der diesjährigen DGPR-Tagung und ärztliche Leiter des Reha-Zentrums Seehof der Deutschen Rentenversicherung Bund (Teltow/Berlin) bei einer Pressekonferenz in Berlin mit. Bisherigen Reha-Konzepten fehlten häufig die Möglichkeiten, psychische Begleiterkrankungen zu behandeln, so die beiden Mediziner. Im Reha-Zentrum Seehof wird nun seit November 2016 das interdisziplinäre Konzept der Psychokardiologie erprobt. Patienten mit kardialer und zugleich psychischer Erkrankung kommen in den Genuss eines doppelten Facharztstandards: Sowohl Kardiologen als auch psychosomatische Mediziner stellen die ärztliche Betreuung in beiden Disziplinen sicher und gewährleisten so einen optimalen Therapieansatz. Der Bedarf ist hoch: „Bis Ende Mai 2017 wurden bereits 60 Rehabilitanden aufgenommen. Die Berliner Charité sowie die Herzzentren Leipzig und Dresden wollen dauerhaft mit uns zusammenarbeiten“, berichtete Köllner. Dr. Manju Guha, Präsidentin der DGPR, unterstützt diesen Ansatz: „Das Konzept der Psychokardiologie bietet eine ideale Umsetzung der ganzheitlichen Ziele in der kardiologischen Rehabilitation.“ Neben Aufklärung und Schulung, medikamentöser Einstellung, Ernährungsumstellung, Raucherentwöhnung sowie Bewegungs- und Trainingstherapie besitzt die psychokardiologische Betreuung einen hohen Stellenwert. „All diese Elemente unterstützen unser zentrales Ziel in der Rehabilitation“, so Guha: „Die Menschen sollen lernen, auf Dauer gesund zu leben und ihre Teilhabe am Leben in der Gesellschaft und im Beruf sowie ihre soziale und häusliche Integrität wieder zu erlangen und zu erhalten.“ Die Deutsche Gesellschaft für Prävention und Rehabilitation von Herz-Kreislauferkrankungen (DGPR) e. V. ist ein medizinisch-wissenschaftlicher Dachverband für alle Bereiche der Prävention sowie der ambulanten und stationären Rehabilitation im Herz-Kreislaufbereich. Sie ist maßgeblich am Auf- und Ausbau eines bundesweiten, flächendeckenden Versorgungsnetzes für die kardiologische Rehabilitation und an der Entwicklung und Umsetzung einer Gesamtstrategie zur Prävention und Rehabilitation von Herz-Kreislauferkrankungen beteiligt, so u. a. auch in der Nachsorge mit den ambulanten Herzgruppen. Die Deutsche Rentenversicherung Bund ist der größte Träger der gesetzlichen Rentenversicherung in Deutschland mit Hauptsitz in Berlin. Neben ihren Aufgaben im Bereich der gesetzlichen Rente ist sie Leistungsträger für medizinische und berufliche Reha-Maßnahmen. Hauptzielgruppe dieser Leistungen sind Personen, die im Erwerbsleben stehen. Im Jahr 2016 gab sie rund 1,76 Milliarden Euro für circa 480.000 Leistungen zur medizinischen Rehabilitation aus. Infos zur DGPR-Jahrestagung: www.dgpr-kongress.de Infos zum Reha-Zentrum Seehof: www.reha-klinik-seehof.de Quelle: Deutsche Rentenversicherung Bund
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