Feierliche Kongresseröffnung – „Die Halle ist voll!“27. Oktober 2021 Die Präsidenten des diesjährigen DKOU Burkhard Lembeck, Michael J. Raschke und Dieter C. Wirtz bei der feierlichen Kongresseröffnung. Foto: hr/Biermann Medizin Auf der feierlichen Eröffnung des DKOU zogen die drei Kongresspräsdenten Dr. Burkhard Lembeck, Prof. Michael J. Raschke und Prof. Dieter C. Wirtz Lehren aus der Corona-Pandemie und gaben einen Ausblick auf die Zukunft des Faches. Die Folgen der Pandemie für den Einzelnen und die Gesellschaft griff auch Gastredner Richard David Precht auf. „Die Halle ist voll! Wir sind froh und dankbar, dass wir wieder zusammenkommen können“, betonte Raschke und sprach damit sicherlich auch für seine beiden Kollegen. Der „Marktplatz DKOU“ und die persönliche Kommunikation seien durch keine Chatfunktion zu ersetzten, so Wirtz. Die Kongresspräsidenten gingen auf die Herausforderungen der Corona-Krise ein. Diese habe eindrücklich gezeigt, dass die Ressourcen Personal und Ausrüstung die entscheidenden Faktoren seien, erklärte Wirtz. Die Krise habe die Kliniken gefordert, so Raschke und den ambulanten Sektor an seine Grenzen gebracht, wie Lembeck erklärte, etwa durch die Knappheit an geeigneter Schutzausrüstung. Er mahnte eine bessere Vorbereitung auf künftige Pandemien an. Als wichtige Handlungsfelder für die Zukunft thematisierten die Kongresspräsidenten etwa Krankenhausstrukturen, Digitalisierung, Vergütung oder die Nachwuchsgewinnung. Hier warnte Raschke: „Wir steuern auf einen eklatanten Nachwuchsmangel zu und wir müssen etwas unternehmen.“ Er rief die anwesenden Kolleginnen und Kollegen auf, sich um die Jungen zu bemühen, die eigene Begeisterung zu teilen und passende Rahmenbedingungen zu schaffen, beispielsweise indem Elternzeit und Teilzeit ermöglicht würden – “auch wenn’s tut”. Um den Nachwuchs insbesondere in der Forschung zu unterstützen forderte Wirtz Clinical-Scientist-Programme für das Fach O & U. Man müsse Stellen schaffen, auf die es sich lohne hinzuarbeiten, denn das Interesse an Forschung sei beim Nachwuchs in O & U vorhanden. Er betonte: „Forschung muss genauso viel wert sein, wie die klinische Versorgung.“ „Wie werden Orthopäden künftig arbeiten?“, fragte Lembeck. Die inhabergeführte Einzelpraxis sieht er zwar als „Auslaufmodell“, gleichzeitig sei aber selbst bestimmtes Arbeiten ein wichtiges Gut für die junge Generation. Lembecks Utopie ist ein selbstständiges Arbeiten – aber auf Plattformen oder in Strukturen, die etwa von Kommunen bereitgestellt werden könnten. Gastredner Richard David Precht. Foto: hr/Biermann Medizin Auch der Gastredner der Kongresseröffnung, der Philosoph und Autor Richard David Precht, thematisierte in seinem unterhaltsamen, aber tiefgründigen Vortrag zunächst die Corona-Krise. Diese habe uns „schmerzlich bewusst gemacht“, dass wir „biologisch enorm verletzlich sind“. Der Klimawandel werde uns auf die gleiche Weise als biologische Wesen ansprechen. Er wies zudem auf die durch die Pandemie deutlich gewordene „Entsolidarisierung der Gesellschaft“ hin und warnte vor einem Fortschreiten dieser Entwicklung. (ja)
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