Ferndiagnose Tonsillitis? – Telemedizin reicht nicht aus27. Januar 2025 Foto:: RFBSIP/stock.adobe.com Laut einer Studie der Universität Göteborg reichen digitale Gesundheitsberatungen nicht aus, um eine Tonsillitis sicher zu beurteilen. Dadurch steigt das Risiko einer Über- oder Unterbehandlung von Halsschmerzen. Die Mandelentzündung ist ein häufiger Grund für Arztbesuche und die Verschreibung von Antibiotika in der Primärversorgung. Um festzustellen, ob ein Patient Antibiotika benötigt, verwenden Ärzte den Centor-Score für Tonsillitis. Zu den Kriterien gehören Fieber, schmerzhafte und geschwollene Lymphknoten in den Kieferwinkeln und die Inspektion der Mandeln. Es ist jedoch unklar, wie gut diese Kriterien bei digitalen Gesundheitsberatungen im Vergleich zu traditionellen persönlichen Beratungen beurteilt werden können. Dieser Mangel an wissenschaftlichen Belegen ist zu einem wachsenden Problem geworden, da digitale Gesundheitsberatungen immer häufiger werden. Digitale versus physische Beurteilung In der aktuellen in der Fachzeitschrift „Infectious Diseases“ erschienen Studie wurde untersucht, ob sich durch digitale Beurteilungen ebenso zuverlässig wie durch körperliche Untersuchungen feststellen lässt, ob eine Antibiotikabehandlung gerechtfertigt ist. In die Studie wurden 189 Patienten eingeschlossen, die sich zwischen Januar 2020 und Oktober 2023 in Kliniken des Gesundheitswesens und der Notfallversorgung der Region Västra Götaland, Schweden, behandeln ließen. Jeder Studienteilnehmer wurde zweimal untersucht: eine digitale medizinische Beurteilung per Video und eine körperliche Untersuchung durch einen anderen Arzt. Die Ergebnisse zeigen, dass die digitale Gesundheitsberatung nicht ausreicht, um einige der wichtigsten Kriterien wie die Inspektion der Mandeln oder die Lymphknoten zu beurteilen. Digital nicht sicher genug Eine der treibenden Kräfte hinter der Studie ist Patrycja Woldan-Gradalska, Doktorandin an der Sahlgrenska Academy der Universität Göteborg und Assistenzärztin in der Sätila Healthcare Clinic. Sie betont mit Blick auf die Studienergebnisse: „Unsere Studie zeigt, dass die digitale Gesundheitsberatung zwar für viele Patienten bequem ist, aber nicht zuverlässig genug, um eine Tonsillitis zu beurteilen. Um eine korrekte Diagnose und Behandlung sicherzustellen, ist eine körperliche Untersuchung nach wie vor wichtig.“
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