Fettgewebe verstehen: Heisenberg-Professur an Pamela Fischer-Posovszky7. Februar 2019 Prof. Pamela Fischer-Posovszky forscht im Rahmen einer Heisenberg-Professur zum Verständnis von Fettgewebe Foto: Universitätsklinikum Ulm / H.Grandel Übergewicht und Fettleibigkeit, auch Adipositas genannt, sind weltweit zu einer Epidemie geworden. An der Ulmer Klinik für Kinder- und Jugendmedizin erforscht Professorin Pamela Fischer-Posovszky, warum und wie die übermäßige Ansammlung von Fettgewebe den Organismus krank macht. Nun hat die Biologin von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) eine Heisenberg-Professur erhalten, um sich neuen Behandlungsmethoden von Adipositas zu widmen. Allein in Deutschland sind nach Zahlen des Robert-Koch-Instituts rund 15 Prozent der Kinder und Teenager zwischen drei und 17 Jahren zu dick. Unter den Erwachsenen gelten nach Angaben der Europäischen Statistikbehörde Eurostat rund 17 Prozent der Deutschen als adipös. Adipositas führt zu schweren Begleiterkrankungen wie Typ-2-Diabetes, Bluthochdruck und Atherosklerose. Konventionelle Therapiemaßnahmen wie zum Beispiel Diäten, mehr körperliche Bewegung oder eine Verhaltenstherapie, sind meist nicht langfristig erfolgreich. Zur Physiologie und Pathophysiologie des Fettgewebes forscht Professorin Pamela Fischer-Posovszky an der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin der Ulmer Universitätsklinik. „Ein funktionstüchtiges Fettgewebe ist eine wichtige Voraussetzung für einen gesunden Stoffwechsel unseres Organismus. Entscheidend ist, dass der Körper Energie sicher speichern kann – das tut er im Fettgewebe. Gerade bei Adipositas aber ist diese Speicherfähigkeit beeinträchtigt, da die Fettzelle nicht mehr ausreichend gut auf das wichtigste Speichersignal, das Hormon Insulin, reagieren kann“, erklärt Professorin Fischer-Posovszky die Problemstellung. Im Rahmen ihrer Heisenberg-Professur will die Biologin nun die molekularen Ursachen der sogenannten Insulinresistenz erforschen und auf Basis ihrer Forschungsergebnisse neue Behandlungsmethoden entwickeln. Dabei steht nicht der Gewichtsverlust des Patienten im Vordergrund – das Hauptziel ist stattdessen, die Gesundheit des Fettgewebes zu erhalten oder wiederherzustellen. Ein weiteres Teilprojekt widmet sich dem „braunen Fettgewebe“, das die einzigartige Eigenschaft besitzt, Energie zu verbrennen und in Form von Wärme freizusetzen. Versuche im Mausmodell haben gezeigt, dass die Umwandlung von weißem Fett in braunes Fett den Stoffwechsel positiv beeinflusst: die Insulinsensitivität wird verbessert und zu hohe Cholesterinwerte gesenkt. „Dort setzen wir an. Wir wollen versuchen, aus weißem Fettgewebe braune Fettzellen im Menschen zu generieren“, schildert Professorin Pamela Fischer-Posovszky. Bereits seit der Doktorarbeit widmet die heute 46-Jährige ihre wissenschaftliche Karriere dem Thema Übergewicht und Adipositas. „Damals hat uns der Zelltod im Fettgewebe interessiert. Die Idee war, Fettzellen auszumerzen und so die Pfunde zum Schmelzen zu bringen. Das waren wichtige Vorarbeiten für mein jetziges Forschungsprogramm“, so Fischer-Posovszky. Ihr Biologie-Studium absolvierte Pamela Fischer-Posovszky an den Universitäten Jena und Ulm und schloss danach eine Doktorarbeit in der Ulmer Sektion Pädiatrische Endokrinologie und Diabetologie an. Im Rahmen des Margarete von Wrangell-Habilitationsprogramms des Landes konnte sie einen mehrmonatigen Forschungsaufenthalt in den USA am University of Texas Southwestern Medical Center in Dallas realisieren und 2013 ihre Habilitation abschließen. Ausgezeichnet wurde die zweifache Mutter unter anderem mit dem Forschungspreis der Deutschen Adipositas-Gesellschaft sowie dem Mileva-Einstein-Marić-Preis und dem Frauenförderpreis der Uni Ulm. „Die Heisenberg-Professur stärkt nachhaltig die Forschungsschwerpunkte unserer Universität“, freut sich Professor Klaus-Michael Debatin, Ärztlicher Direktor der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin. „Professorin Pamela Fischer-Posovszky ist nicht nur eine hervorragende Wissenschaftlerin, sondern auch ein Paradebeispiel für die Vereinbarkeit für Beruf und Familie“.
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