Flexibler und schneller: Hornhautbank in Homburg erhält E-Auto als Spende4. August 2026 Spendenübergabe an die Hornhautbank: Philipp Burgard (Lions-Club Homburg), Hendrik Pütz (Lions-Club Saarlouis), Adrian Schmitz (Herzensengel e.V.), Past Distrikt Governor Jean-Michel Postorino, Distrikt Governor Holger Drescher und Frank Kiefer vom Lions-Club Saarschleife gemeinsam mit Klinikdirektor Berthold Seitz und Oberärztin Isabel Weinstein bei der Übergabe der Spende in Höhe von 31.500 Euro (v. l.). Foto: Roman Schmidt/Fotolabor Klinik für Augenheilkunde des UKS Die Hornhautbank der Augenklinik des Universitätsklinikums des Saarlandes (UKS) ist mobiler geworden. Durch die Unterstützung mehrerer Lions-Clubs und weiterer Sponsoren konnte für die Logistik der Hornhautbank ein eigenes E-Auto samt Ladestation angeschafft werden. Acht Lions-Clubs und weitere Sponsoren überreichten 31.500 Euro für die Anschaffung eines E-Autos und die Einrichtung eines Parkplatzes mit Ladestation an der Augenklinik des UKS in Homburg. Das Fahrzeug, so heißt es, werde künftig einen schnellen, sicheren und zuverlässigen Transport von Spenderhornhäuten und Gewebeproben ermöglichen. Zur feierlichen Spendenübergabe in Anwesenheit des Lions-Distrikt-Governors Dr. Holger Drescher und der Kaufmännischen Direktorin des UKS, Bettina Rottke, konnte trotz hochsommerlicher Temperaturen eine große Anzahl an Gästen begrüßt werden. In der Universitäts-Augenklinik fand ein reger Austausch zur Bedeutung von Hornhauttransplantationen und über Modalitäten der Gewebespende statt. Vom Spender über die Hornhautbank zum Empfänger Prof. Berthold Seitz, Direktor der Augenklinik des UKS, bedankte sich herzlich für diese großartige Aktion der Lions-Clubs und weiterer lokaler Sponsoren. Mit dem Auto werden dann Hornhäute und Gewebeproben in den umliegenden Krankenhäusern oder bei Spendern direkt vor Ort abgeholt und in die Augenklinik des UKS transportiert. Hier werden sie im Reinraum unter höchsten Qualitätsanforderungen aufbereitet und bei Bedarf direkt transplantiert beziehungsweise in eine andere Klinik gebracht. „Mit einem eigenen Auto sind wir wesentlich schneller und flexibler und können künftig je nach Bedarf direkt zwischen verschiedenen Standorten hin- und herwechseln, ohne dass die Transporte aufwendig und kostenintensiv organisiert werden müssen“, betont Seitz. „Wir danken ganz herzlich für die langjährige Förderbereitschaft der Lions-Clubs und die starke Verbundenheit mit unserer Augenklinik.“ Spender, Initiatoren und Unterstützer der Hornhautbank Sieben Lions Clubs der Zone 1, Region IV – Saarschleife, Dillingen, Heuweiler, Völklingen, Lebach, Saarlouis und Saar Nied – sowie der Lions-Club Homburg spendeten jeweils Beträge von 1000 bis 3000 Euro. Die Summe wurde über den District Verfügungs-Fonds nochmals um 5000 Euro ergänzt. Als weiterer Hauptsponsor steuerte die Firma Hydac 5000 Euro bei. Ebenso beteiligten sich die Kreissparkasse Homburg und der Verein Herzensengel mit 1000 Euro beziehungsweise 1500 Euro, sodass am Ende die Gesamtspende in Höhe von 31.500 Euro an die Hornhautbank der UKS-Augenklinik übergeben werden konnte. Das Autohaus Decker gewährte zusätzlich einen Preisnachlass von 6500 Euro bei der Bestellung des Elektroautos. Initiatoren des Spendenprojektes waren der Lions-Zonenleiter Dr. Frank Kiefer (Lions-Club Saarschleife) mit maßgeblicher Unterstützung des Past Distrikt Governors Jean-Michel Postorino und Mitarbeitenden der Hornhautbank. Dr. Frank Kiefer, der die Spendensammlung und die Mitwirkung weiterer Sponsoren organisiert hatte, wurde von den Lions für sein Engagement mit dem „Zonenchair Award“ ausgezeichnet. Zur Geschichte der Hornhautbank Die Eröffnung der Hornhautbank am Universitätsklinikum des Saarlandes erfolgte vor 26 Jahren mithilfe und Unterstützung der Lions-Clubs in der Umgebung. 2019 war dank Spenden der Klaus Faber Stiftung in Höhe von 1,2 Millionen Euro und der Lions-Clubs International Foundation ein Umzug in neue Räumlichkeiten möglich. Daher lautet der vollständige Name „Klaus Faber Zentrum für Hornhauterkrankungen inkl. Lions-Hornhautbank Saar-Lor-Lux, Trier/Westpfalz“. Aus dieser Bezeichnung geht auch die wichtige Rolle der Hornhautbank in der Großregion bei der Versorgung von Patienten mit Spenderhornhäuten hervor. „Wir arbeiten mit Kliniken im Saarland, bis hoch nach Trier und Luxemburg und auch in Frankreich und der Westpfalz zusammen“, erklärt Seitz. Überall in der Großregion werden Spenderhornhäute entnommen sowie Ärztinnen, Ärzte und weiteres Personal in der Transplantation und in der weiteren Versorgung geschult. Hierbei besteht seit langen Jahren ein fachlicher Austausch über Landesgrenzen hinweg.“ Herzstück der Hornhautbank: Reinraum-Labor und permanente Wetlabs Das Herzstück der Homburger Hornhautbank ist ein im Schalenprinzip angelegter Laborbereich mit höchster Reinraum-Qualität. Daneben stehen in Homburg drei permanente Wetlabs mit sechs OP-Mikroskopen und Instrumenten zur Verfügung. Die Ausbildung in diesen Trainings-OPs bietet jungen wie auch erfahrenen Operateuren die Möglichkeit, praktische Fertigkeiten in neuen Techniken zu erlernen. Augenärzte an der Universitäts-Augenklinik des Saarlandes haben im vergangenen Jahr 724-mal eine Augenhornhaut transplantiert. „Hinter jeder einzelnen dieser Transplantationen steht das Schicksal eines Menschen und die Bedeutung für sein Leben und seine Selbstständigkeit“, betont Seitz. „Oft ist die Hornhautverpflanzung die einzige Möglichkeit, das Augenlicht eines Patienten zu retten. Voraussetzung ist jedoch die Gewebespende.“In Homburg/Saar stehen derzeit nach Angaben der Augenklinik circa 400 Patienten aus ganz Deutschland, Luxemburg und Lothringen auf der Warteliste.
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