Forschende wollen Hydrozephalus mit RNA-Therapie verhindern13. Februar 2026 Foto: © Leka – stock.adobe.com Hydrozephalus ist eine lebensbedrohliche Erkrankung, die bei etwa einem von 1000 Neugeborenen auftritt und oft mit invasiven Operationen behandelt wird. Eine neue Studie macht nun Hoffnung, die Erweiterung der Hirnventrikel zu verhindern. Hydrozephalus ist eine der häufigsten neurologischen Erkrankungen im Kindesalter und steht im Zusammenhang mit monogenen Syndromen. Unbehandelt führt die übermäßige Ansammlung von Flüssigkeit im Schädel zu einer hohen Sterblichkeitsrate. Die derzeitige Behandlung umfasst die chirurgische Implantation eines Shunts oder eine endoskopische Drittventrikulostomie, die beide eine komplexe Nachsorge erfordern. Etwa 40 Prozent der Hydrozephalus-Fälle liegt eine einzelne Genmutationen zugrunde, die die Fähigkeit des Gehirns beeinträchtigen, Liquorflüssigkeit wieder aufzunehmen. Ein Forscherteam der kanadischen McGill University hat daher am Beispiel des Schinzel-Giedion-Syndroms (SGS) untersucht, ob Antisense-Oligonukleotide (ASO) eine geeignete Wirkstoffklasse zur Prävention der Erkrankung sein könnten. RNA-Therapie kann Hydrozephalus bei Mäusen verhindern Bei SGS verursachen heterozygote Missense-Mutationen im SETBP1-Gen einen Anstieg des SETBP1-Proteins. Mäuse, die mutiertes humanes SETBP1 produzieren, zeigen in mehr als 50 Prozent der Fälle Hydrozephalus und haben eine verkürzte Lebenserwartung. Die Behandlung der Mäuse mit Injektionen von ASO, die auf SETBP1 abzielen, reduzierte die Zahl der mit Hydrozephalus geborenen Nachkommen von 75 Prozent in der Kontrollgruppe auf 25 Prozent. „Die Tatsache, dass ASO, die auf ein einzelnes Gen abzielen, einen so großen Einfluss auf die Prävention von Hydrozephalus bei Mäusen haben könnten, die für diese Krankheit gezüchtet wurden, war für uns sehr überraschend“, erklärte Studienleiter Carl Ernst vom Montreal Neurological Institute-Hospital. „Obwohl diese Erkrankung einzigartig und sehr selten ist, zeigt unsere Arbeit doch, dass die RNA-Therapie als Medikamentenklasse in der Lage ist, das Auftreten von Hydrozephalus zu verhindern. Unsere Studie eröffnet einen völlig neuen therapeutischen Ansatz für die Behandlung von Hydrozephalus, der durch verschiedene Gene verursacht wird.“ (ej/BIERMANN)
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