Forscher bestätigen Zusammenhang zwischen CED und Zöliakie26. Mai 2020 Elena Verdu (li.) und Maria Ines Pinto-Sanchez erforschten mögliche Zusammenhänge von CED und Zöliakie. (Fotos: © McMaster University) Forscher der McMaster University haben einen Zusammenhang zwischen chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (CED) und Zöliakie hergestellt. Eine systematische Überprüfung und Metaanalyse am Farncombe Family Digestive Health Research Institute der McMaster University in Hamilton (Kanada) in Zusammenarbeit mit der Society for the Study of Celiac Disease hat ergeben, dass bei Patienten, bei denen in der Vergangenheit eine Zöliakie diagnostiziert worden ist, ein um das Neunfache erhöhtes Risiko für eine CED besteht. In ähnlicher Weise ist das Risiko für eine Zöliakie bei CED-Patienten erhöht, wenn auch in geringerem Maße. „Kliniker haben immer vermutet, dass CED und Zöliakie in Zusammenhang stehen könnten, es wurde jedoch nie eine eindeutige Verbindung hergestellt“, sagt die Erstautorin der Studie, Maria Ines Pinto-Sanchez vom Farncombe Family Digestive Health Research Institute an der McMaster University. „Dies ist wichtig, da es das Ansprechen auf verfügbare Therapien beeinträchtigen kann, wenn die eine oder die andere Erkrankung nicht diagnostiziert wird. Dies wirft auch Fragen zum Screening auf die jeweils andere Krankheit auf, wenn bei einem Patienten bereits eine CED oder Zöliakie diagnostiziert worden ist.“ Kanada weist eine der höchsten CED-Häufigkeiten weltweit auf. Zöliakie und CED haben ähnliche Risikofaktoren, und ihre Prävalenz hat in den letzten Jahren zugenommen. Die Forscher identifizierten 9800 Studien und nahmen 65 Studien in ihre Analyse auf. Von diesen umfassten 30 Studien Kontrollgruppen mit insgesamt 13,6 Millionen Teilnehmern, darunter 43.000 Zöliakiepatienten, 166.000 CED-Patienten (39.000 Morbus Crohn, 56.000 Colitis ulcerosa und 3000 Patienten mit nicht näher bestimmter Colitis) sowie 13,4 Millionen Kontrollpersonen. Die Studien wurden zwischen 1978 und 2019 veröffentlicht. 43 Studien wurden bei Erwachsenen, 12 Studien bei Kindern und 9 Studien in allen Altersgruppen durchgeführt. Der Großteil der Studien war in Europa angesiedelt, gefolgt von Nordamerika und Asien. Evidenz mit mäßiger Sicherheit gab es für ein erhöhtes Zöliakierisiko bei CED-Patienten im Vergleich zu Kontrollen (relatives Risiko [RR] 3,96; 95%-KI 2,23-7,02) sowie für ein erhöhtes CED-Risiko bei Zöliakiepatienten gegenüber Kontrollen (RR 9,88; 95%-KI 4,03-24,21). Evidenz mit geringer Sicherheit bestand der Auswertung zufolge für das Risiko von Saccharomyces-Antikörpern, einem serologischen Marker für CED, bei Zöliakiepatienten im Vergleich zu Kontrollen (RR 6,22; 95%-KI 2,44-15,84). Die Wissenschaftler fanden Evidenz von geringer Sicherheit für keinen Unterschied im Risiko für das Vorhandensein der Serotypgruppe HLA-DQ2 oder DQ8 bei Patienten mit CED gegenüber Kontrollen (RR 1,04; 95%-KI 0,42-2,56) und Evidenz von sehr geringer Sicherheit für ein erhöhtes Risiko für Gewebstransglutaminase-Antikörper bei Patienten mit CED im Vergleich zu Kontrollen (RR 1,52; 95%-KI 0,52-4,40). CED-Patienten schienen ein leicht erniedrigtes Risiko für die Existenz von Endomysium-Antikörpern im Vergleich zu Kontrollen zu besitzen (RR 0,70; 95%-KI 0,18-2,74). Die Forscher empfehlen, als nächstes zu untersuchen ,ob das Testen auf die Krankheiten kosteneffizient und für die Patienten von Vorteil ist. „Unsere Überprüfung hat bestätigt, dass es einen starken Zusammenhang zwischen Zöliakie und CED gibt, aber derzeit ist unklar, ob ein Screening auf CED bei Zöliakie durchgeführt werden sollte und umgekehrt“, erklärt die Seniorautorin Elena Verdu, ebenfalls vom Farncombe Family Digestive Health Research Institute an der McMaster University. „Weitere Studien zum Zusammenhang von CED und Zöliakie sind erforderlich, da dies zur Einführung von Vorsorgeuntersuchungen und therapeutischen Interventionen zur Verbesserung der Patienten-Outcomes führen könnte.“
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