RAS-gerichtete Therapie verbessert Überleben bei metastasiertem Pankreaskarzinom

Symbolbild eines metastasierten Pankreaskarzinoms KI-generiert mit Gemini.

Die zielgerichtete RAS-Therapie mit Daraxonrasib verlängerte in der Phase-3-Studie RASolute 302 das mediane Gesamtüberleben bei metastasiertem Pankreaskarzinom gegenüber einer Standardchemotherapie. Eine ergänzende Analyse zeigt Vorteile über verschiedene RAS-Mutationsgruppen hinweg.

Die auf dem Kongress der European Society for Medical Oncology (ESMO) vorgestellten Ergebnisse stammen aus einer weiteren Analyse der Phase-3-Studie RASolute 302. Präsentiert wurden sie von Dr. Zev Wainberg, Professor für Medizin und Wissenschaftler am UCLA Health Jonsson Comprehensive Cancer Center.

Bereits die zuvor veröffentlichten Ergebnisse der RASolute-302-Studie hatten einen Überlebensvorteil für Patientinnen und Patienten mit vorbehandeltem metastasiertem Pankreaskarzinom gezeigt: Unter der zielgerichteten Therapie betrug das mediane Gesamtüberleben 13,2 Monate gegenüber 6,7 Monaten unter einer Standardchemotherapie.

Die aktuelle Analyse liefert zusätzliche Hinweise darauf, dass der Behandlungsvorteil über unterschiedliche Patientengruppen hinweg bestand – unabhängig vom RAS-Mutationsstatus des Tumors und von der vorausgegangenen Behandlung.

RAS-Mutationen bei der Mehrzahl der Pankreaskarzinome

Das Pankreaskarzinom gehört insbesondere im metastasierten Stadium und nach Fortschreiten der Erkrankung unter einer Erstbehandlung zu den schwer behandelbaren Tumorerkrankungen.

Bei mehr als 90 Prozent der Pankreaskarzinome finden sich Mutationen in RAS-Genen. Diese Gene sind an der Regulation des Zellwachstums beteiligt. Wenn diese Gene mutiert sind, können sie kontinuierlich Signale aussenden, die das Krebswachstum vorantreiben.

Im Rahmen der Studie erhoben die Forschenden detaillierte molekulare Informationen zu den verschiedenen RAS-Mutationssubtypen. Nach Angaben des Forschungsteams handelt es sich damit um eine der bislang umfangreichsten molekularen Analysen bei metastasiertem Pankreaskarzinom.

Daraxonrasib ist eine oral verabreichte, zielgerichtete Therapie, die darauf ausgelegt ist, verschiedene Formen des aktiven RAS-Proteins zu hemmen – sowohl mutierte als auch nicht-mutierte Varianten. Im Gegensatz zu Behandlungen, die auf eine einzelne genetische Mutation abzielen, könnte Daraxonrasib bei einem breiteren Spektrum von Pankreastumoren wirksam sein.

Das Medikament erhielt im August 2026 die Zulassung durch die FDA für die Behandlung erwachsener Patienten mit metastasiertem Pankreasadenokarzinom, die bereits mindestens eine systemische Vorbehandlung erhalten haben oder für die eine systemische Therapie mit mehreren Wirkstoffen nicht infrage kommt.

Überlebensvorteil über verschiedene RAS-Gruppen hinweg

Die Forschenden führten zusätzliche Analysen der klinischen Phase-3-Studie „RASolute 302“ durch, an der etwa 500 Patienten mit metastasiertem Pankreaskarzinom teilnahmen, die bereits eine Vorbehandlung erhalten hatten. Die Teilnehmenden waren randomisiert entweder der täglichen oralen Einnahme von Daraxonrasib oder einer von mehreren Standardchemotherapien zugeteilt worden.

Untersucht wurde, ob sich der Überlebensvorteil abhängig vom RAS-Mutationsstatus des Tumors, von der jeweils als Vergleich eingesetzten Chemotherapie und vom vorausgegangenen Behandlungskontext unterschied.

Die Ergebnisse zeigten über die untersuchten RAS-Mutationsgruppen hinweg konsistent einen Vorteil zugunsten der zielgerichteten Therapie gegenüber der Chemotherapie. Dies galt auch für Patientinnen und Patienten, bei denen keine RAS-Mutation im Tumor identifiziert worden war.

Auch im Vergleich mit den verschiedenen Chemotherapieregimen blieb der Überlebensvorteil bestehen. Die Wirksamkeit der zielgerichteten Therapie scheint damit nicht auf den Vergleich mit einem bestimmten Chemotherapieregime beschränkt zu sein.

Molekularer Kontext könnte für Therapieentscheidung relevant sein

Wainberg zufolge stellt die Auswertung die bislang umfangreichste Analyse eines RAS-Inhibitors über verschiedene RAS-Mutationssubgruppen hinweg dar. Die Ergebnisse könnten nach seiner Einschätzung wichtige Impulse für die Entwicklung weiterer zielgerichteter RAS-Therapien liefern.

Obwohl die ergänzenden Analysen die bisherigen Ergebnisse stützen, waren einige Patientensubgruppen klein. Weitere Nachbeobachtungen werden dazu beitragen, den langfristigen Nutzen der Therapie in den verschiedenen Patientengruppen besser beurteilen zu können.

(lj/BIERMANN)