Forscher errechnen Zunahme an Nierensteinen durch Klimawandel13. Januar 2022 Ein großer Nierenstein nach Entfernung. Foto: Gilvan – stock.adobe.com Je nach Klimaentwicklungsszenario, hat ein Forscherteam aus den USA und der Schweiz eine Zunahme von Nierensteinen im US-Bundesstaat South Carolina zwischen 2,2 und 3,9 Prozent ausgerechnet. Der südöstliche Bundesstaat eignet sich besonders gut als Modellstaat, um Einflüsse einer Temperaturerhöhung auf die Entstehungshäufigkeit von Nierensteinen abzuschätzen. Er gehört zum sogenannten “Nierensteingürtel“ mit besonders hoher Inzidenz. Wie die Gruppe um Gregory Tasian von der University of Pennsylvania in Philadelphia (USA) in ihrer Studie schreibt, steigt das Risiko von Nierensteinen nach heißen Tagen, wahrscheinlich aufgrund größerer nicht wahrgenommener Wasserverluste, die zu konzentrierterem Urin und verändertem Harnfluss führen. Es sei daher zu erwarten, dass höhere Temperaturen durch den Klimawandel die globale Prävalenz von Nierensteinen erhöhen, wenn keine Anpassungsmaßnahmen ergriffen werden. Genau dies wollten Erstautor Jason Kaufman und Kollegen genauer analysieren: Wie wirkt sich ein Szenario mit Klimaschutzmaßnahmen im Vergleich zu einem ohne Eingriffe auf die Häufigkeit von Nierensteinen bis 2089 aus? In dem Modell “RCP 4.5” wird eine aggressive Reduzierung der Treibhausgasemissionen angenommen, dagegen werden im Modell “RCP 8.” unvermindert Treibhausgase ausgestoßen. Die Wissenschaftler verwendeten eine Zeitreihenanalyse des Auftretens von Nierensteinen zwischen 1997 und 2014 und setzten nichtlineare Distributed-Lag-Modelle, ein, um die Temperaturabhängigkeit von Nierensteinen abzuschätzen. Dann quantifizierten sie die prognostizierten Auswirkungen des Klimawandels auf zukünftiges hitzebedingtes Auftreten von Nierensteinen. Dabei berücksichtigten sie die täglichen Temperaturschwankungen und schlossen demografische Veränderungen aus. Die geschätzte Gesamtzahl der auf Hitze zurückzuführenden Nierensteinfälle im gesamten Bundesstaat wird demnach im Zeitraum 2085 bis 2089 (gegenüber 2010–2014) auch dann um 2,2% zunehmen, wenn drastisch Klimagase eingespart werden. Ist dies nicht der Fall, muss mit fast doppelt so viel, nämlich 3,9% mehr Nierensteinfällen gerechnet werden. Die zusätzlichen Nierensteinerkrankungen würden nach den Berechnungen der Forscher je nach Szenario zu Mehrkosten von 57 bzw. 99 Millionen US-Dollar für den Bundesstaat South Carolina führen. (ms)
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