Forschungsförderung für Kollegs zu seltenen Erkrankungen der Nieren und der endokrinen Organe6. November 2019 Prof. Dr. Mario Schiffer (r.) und Prof. Dr. Michael Wiesener im Forschungslabor. Foto: Michael Rabenstein/Uni-Klinikum Erlangen Die Else Kröner-Fresenius-Stiftung (EKFS) und die Eva Luise und Horst Köhler Stiftung für Menschen mit Seltenen Erkrankungen (ELHKS) fördern die Einrichtung zweier Forschungskollegs. Das Universitätsklinikum Carl Gustav Carus der TU Dresden und das Universitätsklinikum Erlangen konnten sich im Rahmen der Ausschreibung mit ihren Konzepten für die Ausbildung von Clinician Scientists durchsetzen und erhalten für deren Umsetzung jeweils 1 Mio. Euro. Insgesamt haben sich mehr als die Hälfte aller medizinischen Fakultäten auf die Ausschreibung beworben. Schwerpunkt in Dresden ist die Erforschung seltener endokriner Erkrankungen, in Erlangen wird der Fokus auf seltenen Nierenerkrankungen liegen. In Dresden wird das Forschungskolleg unter Mitwirkung der am Projekt beteiligten Partner der LMU München und des Universitätsklinikums Würzburg vorangetrieben. Das Erlanger Forschungskolleg bindet die nephrologische Expertise der Partneruniversitäten Hamburg und Köln mit ein. „Die standortübergreifende Zusammenarbeit war uns bei dieser Ausschreibung besonders wichtig, um die wegen der Seltenheit der Erkrankungen verteilte Expertise zu bündeln und so einen zügigen Transfer von der Forschung in die Patientenversorgung zu befördern“, erklärt Prof. Dr. Michael Madeja, wissenschaftlicher Vorstand der EKFS. An allen beteiligten Standorten werde daher im Rahmen strukturierter Clinician-Scientists-Programme wissenschaftlich hochtalentierten Ärzten die effektive Verbindung von klinischer Tätigkeit und Forschung ermöglicht. „Seltene Erkrankungen wurden in der medizinischen Ausbildung und Forschung bisher nur randständig behandelt – mit dramatischen Folgen für die Betroffenen“, erklärt Prof. Dr. Annette-Grüters-Kieslich, Vorstandsvorsitzende der Eva Luise und Horst Köhler Stiftung: „Die Vielzahl hochkarätiger Bewerbungen, die wir auf die Ausschreibung erhalten haben, zeigt jedoch, dass die Universitätskliniken prinzipiell bereit sind, ambitionierten jungen Ärzten auch im Bereich der Seltenen Erkrankungen Karrierewege zu eröffnen und eine fundierte wissenschaftliche Qualifikation zu ermöglichen.“ Gezielte Forschungsförderung könne hier wichtige Impulse setzen und helfen, nachhaltige Strukturen für exzellente Forschung und einen schnellen Wissenstransfer zu etablieren, erläutert die renommierte Endokrinologin. Die ausgewählten Standorte bieten ein umfassendes Betreuungs- und Ausbildungsangebot für insgesamt 12 Kollegiaten sowie eine individuelle Förderung ihrer wissenschaftlichen und klinischen Laufbahn. Forschungskolleg der TU Dresden mit dem Universitätsklinikum Carl Gustav Carus zum Thema „seltene Hormon und Drüsenerkrankungen“ – Vernetzung mit den Universitätskliniken der LMU München und Würzburg Erkrankungen der Hypothalamus-Hypophysen-Nebennieren-(HPA-)-Achse, auch Stressachse genannt, sind selten und ihre Symptome meist unspezifisch und schleichend. Dadurch werden eine rechtzeitige Diagnose und damit eine gezielte Therapie verhindert. Irreversible Organschäden, selten gar lebensbedrohliche Stoffwechselentgleisungen sind die Folgen. „Mit dem Clinician-Scientist-Programm haben wir uns das Ziel gesetzt, talentierte und motivierte Clinician Scientists heranzubilden, die die Versorgung von Patienten mit Erkrankungen der HPA-Achse und damit deren Lebensqualität verbessern können“, verdeutlicht Prof. Dr. Angela Hübner, stellvertretende Klinikdirektorin der Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendmedizin am Universitätsklinikum Carl Gustav Carus. „Durch die enge Vernetzung mit den Universitätskliniken der LMU München und Würzburg verfügen wir über große und gut charakterisierte Patientenkohorten, über angelegte Biobanken und neue diagnostische und therapeutische Technologien. Diese bieten den Ärzten ein optimal vernetztes Forschungsumfeld der Grundlagenwissenschaften und der klinischen Endokrinologie.“ Forschungskolleg des Universitätsklinikums Erlangen zum Thema „Seltene Nierenerkrankungen“ – Vernetzung mit den Universitätskliniken Köln und Hamburg-Eppendorf Dieses Forschungskolleg soll sich spezifisch um die Ausbildung von jungen Clinician Scientists bemühen, die sich im Feld der seltenen Nierenerkrankungen sowohl klinisch als auch wissenschaftlich weiterbilden sollen. „Die patientenorientierte translationale Forschung und das Training von gut ausgebildeten klinischen Forschern, die in diesem Feld fundierte klinische und wissenschaftliche Fachkenntnisse ausbilden, hat sich gerade im Bereich der seltenen Nierenerkrankungen als schwierig herausgestellt“, erklärt Prof. Dr. Mario Schiffer, Direktor der Medizinischen Klinik 4 – Nephrologie und Hypertensiologie des Uni-Klinikums Erlangen. „Daher halten wir es für wichtig, vor allem in diesem Bereich ein strukturiertes Forschungs- und Ausbildungscurriculum für junge Kliniker vorzulegen, das den translationalen Aspekt von Patientenversorgung sowie klinischer Forschung und Grundlagenforschung miteinander kombiniert.“ Die Vernetzung mit zwei weiteren überregionalen Zentren, den Universitätskliniken Köln und Hamburg-Eppendorf, ermöglicht sowohl wissenschaftlichen als auch klinischen Austausch mit ausgewiesenen nephrologischen Abteilungen, in denen die Ausbildung von Clinician Scientists ebenso höchste Priorität hat.
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