Forschungspreis unterstützt Arbeiten zur individualisierten Asthmatherapie bei Kindern

Dr. Ruth Grychtol (Foto: Tom Figiel)

Warum Asthma bei einigen Kindern wieder verschwindet und bei anderen bestehen bleibt, ist noch nicht verstanden. Dr. Ruth Grychtol, Fachärztin an der Klinik für Pädiatrische Pneumologie, Allergologie und Neonatologie der Medizinischen Hochschule Hannover, möchte herausfinden, welche Rolle hierbei Stoffwechselvorgänge in Immunzellen spielen, und erhält hierfür den Johannes-Wenner-Forschungspreis.

Die Erkenntnisse aus der Studie sollen dazu beitragen, die Prävention von Asthma zu verbessern und die Therapie noch zielgerichteter auf Kinder und Jugendliche mit Asthma zuzuschneiden. Für dieses Forschungsprojekt erhält die Kinderärztin den mit 15.000 Euro dotierten Johannes-Wenner-Forschungspreis der Deutschen Lungenstiftung (DLS) und der Gesellschaft für Pädiatrische Pneumologie (GPP). Verliehen wurde der Preis im Rahmen der GPP-Jahrestagung in Bochum.

„Das Ziel der Deutschen Lungenstiftung, die Situation von Patientinnen und Patienten mit Lungenkrankheiten zu verbessern, wird durch die Förderung der wissenschaftlichen Arbeit unserer Preisträgerin in hervorragender Weise verwirklicht. Sie adressiert ein bislang ungelöstes Problem von erheblicher praktischer Bedeutung, gerade für die große Gruppe der Asthmatiker im Kindes- und Jugendalter“, sagte Prof. Berthold Jany, Vorsitzender des Wissenschaftlichen Beirats der Deutschen Lungenstiftung.

Simulation: Reaktion von Zellen auf Allergene oder bakterielle Bestandteile

„In der Forschung ist noch unklar, warum manche Kinder ihr ganzes Leben lang mit Asthma zu kämpfen haben und sich die Situation bei anderen im Laufe der Zeit auch bessert. Dafür analysieren wir das Immunsystem, genauer gesagt die Entzündungen, die beim Asthma eine Rolle spielen und die man auch im Blut messen kann“, erklärte die Preisträgerin Grychtol. Ihr Forschungsvorhaben basiert auf Daten von eigenen Vorarbeiten aus der All Age Asthma Cohort (ALLIANCE), einer Kohorte mit Asthma-erkrankten Kindern jeden Alters und Erwachsenen. In der nun geplanten Studie sollen die Immunzellen von Kindern der ALLIANCE-Kohorte mit denen von Kindern verglichen werden, die kein Asthma haben oder lediglich eine Allergie. Dafür wird unter anderem unter kontrollierten Bedingungen simuliert, wie die untersuchten Zellen auf Allergene oder bakterielle Bestandteile reagieren. Das Preisgeld des Johannes-Wenner-Forschungspreises wird in die Umsetzung dieses wichtigen Vorhabens fließen.

Fernziel: Risikokinder erkennen und neue Therapien entwickeln

Mit Blick in die Zukunft sagte Grychtol: „Das Ziel unserer Studie ist es, einen Biomarker zur Identifikation von Kindern mit hohem Asthmarisiko zu finden. Durch ein besseres Verständnis der Mechanismen, die Asthma zu einer lebenslangen Erkrankung machen, können wir für diese Hochrisikogruppe gezielt personalisierte Therapien entwickeln.“

Über den Johannes-Wenner-Forschungspreis

Die Deutsche Lungenstiftung und die Gesellschaft für Pädiatrische Pneumologie loben gemeinsam den Johannes-Wenner-Forschungspreis in Höhe von 15.000 Euro aus. Ziel des Preises ist es, Forschungs- und Projektarbeiten von Mitgliedern der Gesellschaft für Pädiatrische Pneumologie zu unterstützen, um die Versorgung und Behandlung von Kindern mit Lungenerkrankungen zu verbessern. Der Johannes-Wenner-Forschungspreis richtet sich vor allem an Ärzte sowie Wissenschaftler – Einzelpersonen oder Teams –, die Themen der pädiatrischen Pneumologie sowohl im klinischen Bereich als auch im Grundlagenbereich bearbeiten möchten. Die nächste Bewerbungsfrist ist der 31. Dezember 2024.