Forschungspreise für Allgemeinmedizin verliehen15. Oktober 2025 Alle Gewinnerinnen der drei Forschungspreise für Allgemeinmedizin mit Mitgliedern des Stiftungsvorstandes und Erika Beyer. (© DEGAM / Antje Boysen) Im Rahmen des 59. Kongresses für Allgemeinmedizin und Familienmedizin wurde der Dr.-Lothar-und-Martin-Beyer-Preis für drei herausragende Arbeiten verliehen. Der Preis wird von der Deutschen Stiftung für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DESAM) treuhänderisch verwaltet. Um die Forschung für eine hochwertige medizinische Versorgung in der hausärztlichen Praxis weiter zu fördern, vergibt die DESAM alle zwei Jahre den Dr. Lothar und Martin Beyer-Preis. Die diesjährige Verleihung fand im Rahmen des 59. Kongresses für Allgemeinmedizin und Familienmedizin Anfang Oktober in Hannover statt. Bei der Verleihung dankte die DESAM, die den Preis treuhänderisch verwaltet, Erika Beyer und ihrer Familie herzlich für das große finanzielle Engagement, ohne dass dieser Preis nicht möglich wäre. Ziel dieser Forschungsförderung ist es, die wissenschaftlichen Grundlagen zur Weiterentwicklung der hausärztlichen Versorgung zu erweitern. Neu in diesem Jahr ist die Aufteilung auf drei verschiedene Preise: „Der Dr. Lothar und Martin Beyer-Preis wird seit 2008 vergeben. Wir freuen uns sehr, dass unsere Idee, in diesem Jahr erstmals auch einen Promotionspreis und einen Ideenpreis auszuschreiben, so gut angenommen wurde. Uns haben insgesamt 38 Vorschläge bzw. Bewerbungen erreicht. So wollen wir gleichzeitig zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses und zur Verbesserung der hausärztlichen Versorgung beitragen“, erklärt Prof. Ferdinand M. Gerlach, Vorsitzender des Stiftungsvorstandes der DESAM. Hauptpreis geht nach Jena für pallCompare Der Hauptpreis, dotiert mit 5.000 Euro, wurde einem Team vom Universitätsklinkum Jena für das Versorgungsforschungsprojekt „pallCompare: Inanspruchnahme und Outcomes palliativer Versorgung in Deutschland in regionalem Vergleich: eine GKV-Routinedatenanalyse“ verliehen. Zur Gewinnergruppe gehören: PD Dr. Antje Freytag (Projektleitung), Michelle Beuthling, M.Sc., Bianka Ditscheid, Dr. Franziska Meißner, Juliane Poeck, M.Sc. und Dr. Ekaterina Slotina. In ihrer Laudatio würdigte Dr. Hannah Haumann, Mitglied im DESAM-Stiftungsvorstand und Mitglied im Preiskomitee, die ausgezeichnete Arbeit: „Palliativversorgung ist eine wichtige Aufgabe der hausärztlichen Versorgung. Allerdings sind die Strukturen der palliativen Versorgung in Deutschland regional sehr unterschiedlich. pallCompare macht diese Strukturen sichtbar und liefert damit einen relevanten Beitrag für die inhaltliche wie strukturelle Weiterentwicklung der hausärztlichen und palliativmedizinischen Versorgung in Deutschland.“ Besonders überzeugend an der Arbeit ist auch der öffentlich verfügbare und interaktive pallCompare-Monitor: Interessierte bekommen damit schnell und übersichtlich Einblicke in bestehende palliativmedizinische Versorgungsstrukturen und zeitliche Trends. PD Dr. Antje Freytag ergänzt: „pallCompare zeigt eindrücklich, dass die hausärztliche Palliativversorgung stetig zurückgeht, während spezialisierte Palliativversorgung zunimmt. Aus den regionalen Vergleichen in pallCompare lassen sich wichtige Ansatzpunkte ableiten, wie es gelingen kann, die hausärztliche Palliativversorgung wieder zu stärken.“ Promotionspreis und Ideenpreis Der Promotionspreis, dotiert mit 2.000 Euro, ging an Sonia Lech für ihre Arbeit: „Demenz in der hausärztlichen Versorgung – eine cluster-randomisierte kontrollierte Studie“. „Das Projekt hat mir gezeigt, wie wichtig es ist, in solchen Forschungsprojekten die hausärztliche Perspektive von Anfang an mitzudenken und Forschungsprojekte zusammen mit Hausärztinnen und Hausärzten durchzuführen. Die Praxisperspektive ist der Schlüssel zu guter Forschung“, berichtet Lech. Den Ideenpreis (ebenfalls dotiert mit 2.000 Euro) gewann Veronika Kaaz für ihre Forschungsidee: „Einsamkeit erkennen, bevor sie krank macht – ein Screening-Ansatz für die hausärztliche Praxis“. „Die Auszeichnung meiner Projektidee zeigt, dass Einsamkeit in der hausärztlichen Versorgung die nötige Aufmerksamkeit erhält. Ein strukturiertes Screening kann helfen, Betroffene frühzeitig zu erkennen und gezielt zu unterstützen”, so die Preisträgerin. Alle Informationen zu den Arbeiten und Preisträgerinnen gibt es online bei der DESAM: https://desam.de/beyer-preis-2025 Quelle: Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin e. V.
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