Forschungsprojekt zum Halten und Verladen von Hennen12. März 2026 Es geht auch tierfreundlicher. (Symbolbild) Foto: © Irin – stock.adobe.com Die überwiegende Anzahl der in Deutschland gehaltenen etwa 45 Millionen Legehennen leben in Volierensystemen. Ein Forschungsteam untersucht nun, wie tierschonendes Fangen und Verladen praktisch umgesetzt werden kann. Das Niedersächsische Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz fördert das Kooperationsprojekt der Uni Osnabrück mit der Tierärztlichen Hochschule Hannover. In mehretagigen Volieren können sich Legehennen auf verschiedenen Ebenen frei bewegen. Dort werden ihnen Futter und Wasser, Gruppennester sowie Sitzstangen zum nächtlichen Ruhen angeboten. „Diese Art der Haltung ist für das Tierwohl von Vorteil, macht jedoch das Ausstallen der Tiere anspruchsvoll“, so der Osnabrücker Projektleiter Prof. Chadi Touma. Das Ausstallen erfolgt üblicherweise nachts, wenn die Tiere sich zum Schlafen zurückgezogen haben. Auch sind sie aufgrund der Dunkelheit beim Fangen ruhiger. Einfangen wahrscheinlich mit massivem Stress verbunden – Evaluation steht noch aus Um sie im Volierensystem zu fangen, werden die Althennen üblicherweise an den Beinen gegriffen, kopfüber hochgehoben und anschließend in Transportbehältnisse verladen. Diese Arbeit übernimmt hierfür speziell eingewiesenes, sachkundiges Personal. Dieses wird vom Tierhalter beauftragt. Dennoch besteht bei dieser Methode die Gefahr, dass die Tiere beim Fangen oder Verladen verletzt werden. Das Drehen von der aufrechten in die Kopfüber-Haltung ist für die Tiere, so vermuten die Forschenden, wahrscheinlich mit Stress und evtl. Schmerzen verbunden. Eine wissenschaftliche Einschätzung der durch diese Fangmethode ausgelösten Stressreaktion steht allerdings noch aus.Ziel des Projektes ist es, aufzuzeigen und zu evaluieren, wie eine tierschutzgerechte Ausstallung und Verladung von Legehennen möglich ist. Aus den Ergebnissen und den praktischen Erfahrungen im Projekt wollen die Forschende weitere Vorschläge ableiten, um den Fang- und Verladeprozess zu verbessern. Ziel: Entwicklung eines tierschonenden Fang- und Verladeverfahrens Das Projekt gliedert sich in zwei Teilprojekte, die die Forschenden innerhalb von 18 Monaten bearbeiten. „Im ersten prüfen wir auf Praxisbetrieben, welche Einflüsse das aufrechte Fangen mit Umgreifen des Körpers, bzw. in schwer zugänglichen Bereichen der Voliere das Greifen an beiden Ständern mit dem Halten des Brustbeins, auf das Tierwohl, die Verladezeit, die Arbeitsbelastung des Fängerpersonals sowie die Ökonomie hat“, so Dr. Birgit Spindler aus dem Institut für Tierhygiene, Tierschutz und Nutztierethologie der Tierärztlichen Hochschule Hannover, die für diesen Projektteil verantwortlich ist.Um messen zu können, welche Stressreaktion die Tiere auf das Fangen zeigen, vergleichen die Forschenden im zweiten Teilprojekt bei Althennen beide Fangmethoden (Aufrecht vs. Überkopf) miteinander. Dafür messen sie unter Leitung von Prof. Dr. Chadi Touma, Universität Osnabrück, Abbauprodukte des Stresshormons Corticosteron im Kot der Tiere. Corticosteron ist bei Nagetieren und Vögeln eines der wichtigsten Stresshormone, analog zum Cortisol beim Menschen, erklärt Professor Touma. Er sagt: „Insgesamt hoffen wir mit unserem Projekt zur Objektivierung der Tierwohl-Erfassung beizutragen und die Entwicklung und Anwendung von tierschonenden Verfahren vorantreiben zu können.”
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