West-Nil-Virus: Südwesten meldet erstmals zwei Infektionen

Das West-Nil-Virus wird von Stechmücken übertragen. (Foto: © Mark Minge from Pixabay)

Etwa jeder Fünfte, der sich mit dem West-Nil-Virus ansteckt, entwickelt West-Nil-Fieber. Nun wurden erstmals zwei Menschen in Baden-Württemberg registriert, die sich in Deutschland angesteckt haben.

In Baden-Württemberg sind in der vergangenen Woche erstmals zwei lokal erworbene Infektionen mit dem West-Nil-Virus bei Menschen nachgewiesen worden. Beide Personen hatten sich zuvor nicht im Ausland aufgehalten, wie das Sozialministerium mitteilte. Nach derzeitigem Stand hätten sich die beiden Männer im Alter von 28 und 83 Jahren im Raum Stuttgart und Karlsruhe durch Stiche infizierter Stechmücken angesteckt.

Eine Quarantäne sei für Personen, die an dem Virus erkrankt beziehungsweise mit ihm infiziert sind, nicht erforderlich, hieß es. Eine Mensch-zu-Mensch-Übertragung sei im Normalfall nicht gegeben.

Auch die Übertragung vom Menschen auf eine Stechmücke sei aufgrund der geringen Viruslast im peripheren Blut Infizierter nicht beschrieben. „Somit ist der Übertragungsweg über infizierte Personen auf Stechmücken und nach Virusvermehrung wieder über einen Stich auf weitere Personen nicht möglich.“

Laut Ministerium wurde das Virus bereits 2024 in Vögeln und Pferden in Baden-Württemberg festgestellt. „Es ist nicht überraschend, dass das West-Nil-Virus nun erstmals auch bei Menschen in Baden-Württemberg nachgewiesen wurde“, sagte Gesundheitsminister Oliver Hildenbrand (Grüne) laut der Mitteilung. „Nach aktueller Bewertung des Landesgesundheitsamts besteht derzeit aber kein erhöhtes Risiko für die Allgemeinbevölkerung.“

In diesem Jahr bisher vier Fälle bundesweit registriert

Lokal erworbene West-Nil-Infektionen sind in Deutschland laut Ministerium seit 2019 bekannt. Sie seien zunächst überwiegend in ostdeutschen Bundesländern festgestellt worden, hieß es weiter. In diesem Jahr wurden demnach bis zum 7. Oktober vier Fälle dokumentiert: zwei in Berlin und jeweils einer in Sachsen und Rheinland-Pfalz.

Das West-Nil-Virus wird laut Robert Koch-Institut (RKI) hauptsächlich von Stechmücken zwischen wildlebenden Vögeln übertragen. Die Mücken können aber auch Menschen und andere Säugetiere infizieren.

Etwa 20 Prozent der Menschen, die sich mit dem West-Nil-Virus anstecken, entwickeln West-Nil-Fieber – eine fieberhafte, grippeähnliche Erkrankung. Nur etwa jede 100. infizierte Person erkrankt schwer. Das West-Nil-Fieber heilt in der Regel komplikationslos aus, schreibt das Robert Koch-Institut. Nur bei schwer erkrankten Patienten seien Spätfolgen relativ häufig.