Forschungsteam analysiert Checkliste für Gesundheitsversorgung von Müttern und Neugeborenen in Indonesien23. Dezember 2021 Indonesisches Community Health Center bei der Versorgung von Müttern und Neugeborenen (Bild aus der Zeit vor der Pandemie). © Masyitah Saifuddin Jedes Jahr gibt es weltweit 295.000 Todesfälle bei Müttern, zwei Millionen Totgeburten und 2,5 Millionen Todesfälle bei Neugeborenen. Durch eine bessere Versorgung könnte die Mehrzahl dieser Todesfälle verhindert werden. Aus diesem Grund hat die Weltgesundheitsorganisation eine Checkliste für sichere Geburten eingeführt, die auf eine verbesserte Versorgung abzielt. Ein internationales Forschungsteam der Universität Göttingen, der Universität Syiah Kuala, Indonesien, und der Universität Heidelberg hat die Checkliste die Auswirkungen der Checkliste auf die Qualität der Versorgung und die Sterblichkeit in 32 Gesundheitseinrichtungen in Indonesien analysiert. Um die Wirksamkeit der Checkliste zu beurteilen, hat die WHO Praktizierende und Forschende aufgefordert, sie in verschiedenen Kontexten zu bewerten. Fünfunddreißig Länder weltweit setzen das Instrument inzwischen ein. Die Forscherinnen und Forscher fanden für Indonesien heraus, dass die Verwendung der Checkliste die Aufklärung des Personals über Geburtsrisiken verbesserte. Zudem verbesserte sie die Art und Weise, wie Babys gefüttert wurden, und führte dazu, dass bei Neugeborenen häufiger die Temperatur gemessen wurde. In Gesundheitseinrichtungen ohne die Checkliste führten Hebammen bei weniger als der Hälfte der Geburten eine ausreichende Temperaturmessung durch. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass in Einrichtungen, in denen das Personal die Checkliste häufiger anwendet, die Zahl der Totgeburten zurückging. Erstautorin Farah Diba von der Universität Syiah Kuala sagt: „Die Verwendung der Checkliste für eine sichere Geburt sorgt dafür, dass das medizinische Personal besser mit den Müttern und anderen Gesundheitsdienstleistern kommuniziert. Das verbessert die Versorgung.“ Dennoch bleibt es eine Herausforderung, die Einhaltung des Qualitätsverbesserungsinstruments langfristig zu gewährleisten. „Obwohl die Ergebnisse vielversprechend sind, sind weitere Forschungen erforderlich. Wir wollen verstehen, welche Faktoren Hebammen bei der Verwendung der Checkliste noch unterstützen können und welche Hindernisse für eine gesunde Schwangerschaft und Geburt bestehen“, sagt Dr. Lennart Kaplan, Postdoktorand an der Universität Göttingen und ebenfalls Erstautor der Studie. Die Ergebnisse sind in der Fachzeitschrift JAMA Network Open erschienen.
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