Fortgeschrittenes HR+/HER2- Mammakarzinom: Capivasertib-Fulvestrant ist auch für die Lebensqualität günstig

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Die Kombination aus Capivasertib und Fulvestrant verzögert die Zeit bis zur Verschlechterung des globalen Gesundheitsstatus bzw. der Lebensqualität (GHS/QOL) vergleichbar mit der Fulvestrant-Monotherapie.

Das zeigt die laufende Phase-III-Studie CAPItello-291, über die eine internationale Forschungsgruppe jetzt in „The Lancet Oncology“ berichtete. CAPItello-291 wurde in 19 Ländern durchgeführt und hatte für Capivasertib-Fulvestrant bereits ein signifikant verbessertes progressionsfreies Überleben (PFS) gegenüber einem Placebo bei Patientinnen mit lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem HR+/ HER2- Mammakarzinom mit Rezidiv oder Progression während oder nach Behandlung mit einem Aromatasehemmer gezeigt.

Die 708 randomisierten Frauen befanden sich vor oder nach der Menopause, sie konnten mit einem CDK4/6-Inhibitor, bis zu 2 endokrine Therapien (ETs) und ≤ 1 Chemotherapie vorbehandelt sein. Sie erhielten randomisiert Capivasertib 400 mg p.o. (2-mal täglich über 4 Tage, gefolgt von 3 Tagen Einnahmepause) plus Fulvestrant 500 mg i.m. (alle 14 Tage für die ersten 3 Injektionen, dann alle 28 Tage) oder ein Placebo plus Fulvestrant in der gleichen Dosierung. Das PFS war der primäre Endpunkt.

In der publizierten Analyse wurde die Lebensqualität der Patientinnen untersucht. Zum Einsatz kamen das Kernmodul (QLQC30) und das Brustmodul (QLQBR23) des EORTC Quality of Life Questionnaire, die Patient-Reported-Outcomes-Version der Common Terminology Criteria for Adverse Events (PRO-CTCAE) und der Patient Global Impression of Treatment Tolerability(PGI-TT)-Fragebogen. Beim Datenschnitt im August 2022 war die Capivasertib-Fulvestrant-Gruppe 13,0 Monate und die Placebo-Fulvestrant-Gruppe 12,7 Monate nachbeobachtet worden.

Die EORTCQLQ-C30-GHS/QOL-Scores vom Studienbeginn blieben im Verlauf der Nachbeobachtung erhalten und über den gesamten Studienzeitraum in beiden Gruppen vergleichbar (Unterschied der Veränderung von Studienbeginn: -2,5; 95 %-KI -4,5 bis -0,6 mit Capivasertib-Fulvestrant vs. -5,6; 95 %-KI -7,9 bis -3,4 mit Placebo-Fulvestrant; Therapieunterschied: 3,1; 95 %-KI 0,2–6,0). Die mediane Zeit bis zur Verschlechterung des EORTC-QLQ-C30 GHS/QOL lag bei 24,9 Monaten (95 %-KI 13,8 bis nicht erreicht) im Capivasertib-Fulvestrant- Arm und 12,0 Monaten (95 %-KI 10,2–15,7) im Placebo-Fulvestrant-Arm (HR 0,70; 95 %-KI 0,53–0,92). Die Hazard Ratios (HRs) für die Zeit bis zur Verschlechterung aller EORTC-QLQ-C30-und QLQ-BR23-Subskalen-Scores unterschieden sich nur wenig zwischen den beiden Therapiegruppen.

Diarrhoe eine Ausnahme

Eine Ausnahme bildete hier nur die Diarrhoe, die in der Capivasertib-Fulvestrant-Gruppe deutlich häufiger war als in der Placebo-Fulvestrant-Gruppe (HR 2,75, 95 %-KI 2,01–3,81). In der PRO-CTCAE-Symptombeurteilung war der Anteil an Patientinnen, der von „häufigem“ oder „fast ständigem“ weichem oder wässrigem Stuhl berichtete, im Zyklus 1, Tag 15 in der Capivasertib-Fulvestrant-Gruppe 29 Prozent höher als in der Placebo-Fulvestrant-Gruppe. Dieser Unterschied nahm in den Folgezyklen ab. Andere PRO-CTCAE-Symptome (Ausschlag, wunde Stellen in Mund und/oder Rachen, juckende Haut und Taubheit oder Kribbeln in Händen oder Füßen) traten in beiden Gruppen entweder gar nicht oder in milder Ausprägung auf. Dem PGI-TT zufolge berichteten in beiden Gruppen die meisten Patienten von „keinerlei“ oder „ein bisschen“ Unbehagen durch Nebenwirkungen der Behandlung. „Angesichts der klinischen Effektivität und des handhabbaren Sicherheitsprofils stützen diese exploratorischen Ergebnisse das positive Risiko-Nutzen-Profil von Capivasertib-Fulvestrant in dieser Population“, schlussfolgern die Autoren.

(nec)