Frühes Absetzen der OAK nach Pulsed-Field-Ablation scheint sicher

Neue Daten deuten an, dass sich die OAK-Strategie nach Radiofrequenzablation und Pulsed-Field-Ablation unterscheiden sollte. (Symbolbild: ©syahrir/stock.adobe.com)

Zur Behandlung eines Vorhofflimmerns (VHF) kommt neben der Radiofrequenzablation (RFA) immer häufiger die Pulsed-Field-Ablation (PFA) zum Einsatz. Sollte hier ein Unterschied hinsichtlich der anschließenden Behandlung mit oralen Antikoagulanzien (OAK) gemacht werden?

Während die RFA aufgrund einer Endothelschädigung die Thrombusbildung begünstigen kann, handelt es sich bei der PFA um eine gezieltere Ablationstechnik, bei der das umliegende Gewebe kaum zu Schaden kommt. Diesen Umstand nahm eine Forschungsgruppe vom Texas Cardiac Arrhythmia Institute (USA) zum Anlass zu prüfen, ob sich die OAK-Strategie nach diesen Eingriffen unterscheiden sollte.

Die Ergebnisse ihrer im Fachmagazin „Heart Rhythm“ publizierten Studie sprechen für eine differenzierte OAK-Strategie in Abhängigkeit der verwendeten Ablationstechnik. In der Studie wurden bei Patienten, die sich einer PFA unterzogen hatten, nach Absetzen einer einmonatigen OAK-Therapie keine Schlaganfälle oder transitorischen ischämischen Attacken (TIA) beobachtet. In einer RFA-Referenzkohorte kam es nach Unterbrechung der OAK nach einem Monat hingegen zu einer signifikant höheren Anzahl von Schlaganfällen.

Absetzen der OAK-Therapie ein Monat nach PFA scheint sicher

Die Studienautoren bezogen in ihre multizentrische Analyse jeweils 400 konsekutive Patienten ein, die sich während des gleichen Zeitraums einer PFA oder RFA unterzogen und mittels Propensity-Score-Matching abgeglichen waren. Basierend auf der Dauer der OAK-Therapie wurden die PFA- und RFA-Patienten in zwei Gruppen unterteilt: Gruppe 1 mit OAK für einen Monat (PFA: n=196; RFA: n=182) und Gruppe 2 mit OAK für mindestens zwei Monate (PFA: n=204; RFA: n=218).

Die Nachbeobachtung erfolgte prospektiv über 15 Monate. In diesem Zeitraum erlitten keiner der Patienten in der PFA-Gruppe 1 (0 %) und zwei Patienten (0,98 %) in der PFA-Gruppe 2 einen Schlaganfall oder eine TIA. In der RFA-Kohorte wurden 23 Schlaganfälle/TIA gemeldet, 16 (8,8 %) in Gruppe 1 und 7 (3,2 %) in Gruppe 2 (p=0,017).

Im Vergleich zur PFA-Population war die Gesamtzahl der Ereignisse sowohl in der gesamten RFA-Kohorte (0,5 % vs. 5,8 %; p<0,001) als auch in der RFA-Gruppe 1 (0 % vs. 8,8 %; p<0,001) signifikant höher. Zu einem Arrhythmie-Rezidiv kam es innerhalb von 15 Monaten bei 73 (18,3 %) Patienten in der PFA-Kohorte und bei 108 (27,0 %) Patienten in der RFA-Kohorte (p=0,003).

(ah/BIERMANN)