Frühkindliche Hörminderung: Engmaschige Überwachung angeraten10. Januar 2017 © photophonie – Fotolia.com Vor der Einführung des Universal Neonatal/Newborn Hearing Screenings (UNHS) war es problematisch, exakte Informationen zur fortschreitenden Hörminderung zu erhalten. Mittels einer populationsbasierten Studie wurde nun der Anteil an Kindern mit fortschreitender Hörminderung mittels UNHS-Daten in einer kanadischen Region ermittelt. Es wurden zwei Definitionen für fortschreitende Hörminderung angewendet: – eine Verschiebung um ≥20 dB in drei Frequenzbereichen (500, 1000 und 2000 Hz) der durchschnittlichen Hörschwelle im Reintonaudiogramm; – eine Abnahme um ≥10 dB in zwei oder mehr benachbarten Frequenzen zwischen 500 und 4000 Hz. Die Analyse umfasste 330 Kinder mit detaillierten audiologischen Daten und brachte hervor, dass 158 (47,9 %) Kinder eine Minderung des Hörvermögens um mindestens ≥10 dB aufwiesen. Von diesen 158 Kindern wiesen 76 (48,1 %) eine mindestens einseitige Minderung der durchschnittlichen Hörschwelle im Reintonaudiogramm um ≥20 dB auf. Bei 82 Kindern (51,9 %) wurde eine minderschwere Verschlechterung des Hörvermögens diagnostiziert (≥10 – <20 dB). Von den Kindern mit fortschreitendem Hörverlust (von 131 Individuen, die mit einer bilateralen Minderung des Hörvermögens diagnostiziert wurden) erfuhren 75 (57,3 %) eine Verschlechterung auf einem Ohr und 56 (42,7 %) auf beiden Ohren. Bei den 27 Kindern mit einer initialen Diagnose unilateraler Hörminderung wurde bei 25 eine Verschlechterung des Hörvermögens des betroffenen Ohres festgestellt und bei 5 eine Verschlechterung des gesunden Ohres. Innerhalb von 4 Jahren nach der Erstdiagnose verminderte sich das Hörvermögen der mit fortschreitender Hörverminderung diagnostizierten Kinder um 25,9 dB auf dem rechten und 28,3 dB auf dem linken Ohr. Es konnte kein statistisch signifikanter Zusammenhang zwischen den häufigsten Risikofaktoren (Intensivaufenthalt kurz nach der Geburt, Familiengeschichte, Infekte) und der Wahrscheinlichkeit für Hörverminderung beobachtet werden. Allerdings stand das Auftreten kraniofazialer Anomalien in umgekehrtem Zusammenhang mit dem Risiko für fortschreitende Hörminderung. Autor: Barreira-Nielsen et al. Korrespondenz: Audiology and Speech-Language Pathology Department, Federal University of Espírito Santo, Vitória, Brazil Studie: Progressive Hearing Loss in Early Childhood Quelle: Ear Hear. 2016 Sep-Oct;37(5):e311-321. Web: dx.doi.org/10.1097/AUD.0000000000000325
Mehr erfahren zu: "Psyche und Körper zusammen denken" Psyche und Körper zusammen denken Auf einr DKOU-Session der Arbeitsgemeinschaft nicht operativer orthopädischer manualmedizinischer Akutkliniken (ANOA) wurde für mehr Offenheit zwischen den Fachrichtungen geworben.
Mehr erfahren zu: "„Das Mindset muss sich ändern“" „Das Mindset muss sich ändern“ Die weltpolitische Lage mit Konflikten und Kriegen allerorts und insbesondere der nahe Krieg in der Ukraine verändern auch die Medizin tiefgreifend. Kriegsbedingte Versorgungsfragen verrücken den medizinischen Alltag und erfordern eine […]
Mehr erfahren zu: "Termingarantie? Koalition ringt um „gesetzlich oder privat“" Termingarantie? Koalition ringt um „gesetzlich oder privat“ Für die gesetzlichen Krankenkassen sind bessere Bedingungen für Versicherte bei der Terminvergabe „überfällig“. In der schwarz-roten Koalition werden Rufe nach Änderungen dringlicher. Kommt das duale System von gesetzlicher und privater […]