Gebärmutterhalskrebs: Neuer nichtinvasiver Urintest zur Früherkennung entwickelt10. Juli 2024 Foto: © Kiattisak/stock.adobe.com Ein neuer Urintest der Waseda-Universität, Japan, kann laut den Forschern HPV16-E7-Proteine auch in sehr niedrigen Konzentrationen nachweisen. Dies könne die Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs zugänglicher und weniger invasiv machen, heißt es in der Studie. Aktuelle Screening-Methoden beinhalten den Nachweis von HPV-DNA. Neuere Forschungsergebnisse deuten jedoch darauf hin, dass die Messung der krebserregenden Aktivität des humanen Papillomavirus (HPV) eine genauere Einschätzung des Krebsrisikos ermöglichen könnte, heißt es in der Studie. Eine Forschergruppe unter der Leitung von Prof. Etsuro Ito vom Institut für Biologie der Waseda-Universität in Japan sowie Prof. Toshiyuki Sasagawa von der Kanazawa Medical University in Japan und Dr. Martin Müller vom Deutschen Krebsforschungszentrum in Deutschland untersuchte die Entwicklung eines hochempfindlichen Enzymimmunoassays (ELISA) zum Nachweis von hochriskanten HPV16 E7-Onkoproteinen im Urin. Ihre Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift „Microorganisms Journal“ veröffentlicht. Der Forscher Ito kommentiert: „Unser neuer Urintest kann HPV16 E7-Proteine, die wichtige Marker für das Risiko von Gebärmutterhalskrebs sind, in extrem niedrigen Konzentrationen nachweisen. Dies bedeutet, dass Frauen möglicherweise ohne die Unannehmlichkeiten und Unbequemlichkeiten eines herkömmlichen Pap-Tests auf Gebärmutterhalskrebs untersucht werden können.“ Dieser neue Urintest bietet eine nichtinvasive Alternative, die mehr Frauen dazu ermutigen könnte, an regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen teilzunehmen, so die Wissenschaftler. Sie verwendeten ELISA, um die E7-Onkoproteine in Urinproben nachzuweisen. Der Test konnte diese Proteine im Urin von Frauen mit verschiedenen Stadien der zervikalen intraepithelialen Neoplasie (CIN), einer Vorstufe von Gebärmutterhalskrebs, identifizieren. Der ELISA-Test wies E7-Proteine bei 80 Prozent der Frauen mit CIN1, 71 Prozent mit CIN2 und 38 Prozent mit CIN3 nach. Das deute darauf hin, dass das Vorhandensein von E7-Onkoproteinen mit CIN-Läsionen niedrigeren Grades korreliert, heißt es. Die Forscher vermuten, dass diese Diskrepanz auf Variationen im HPV-Lebenszyklus oder der onkogenen Aktivität zurückzuführen sein könnte. Ito sagt dazu: „Wir glauben, dass das Onkoprotein E7 in den frühen Stadien der HPV-bedingten Gebärmutterhalskarzinogenese von entscheidender Bedeutung ist und dass E7 bei der Entwicklung von CIN1 und CIN2 eine bedeutendere Rolle spielen könnte als bei CIN3.“
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