Gehirnerschütterung: Auch jüngere Kinder zeigen persistierende Symptome

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Auch wenn sich die Symptome einer Gehirnerschütterung bei Kleinkindern oft von denen älterer Kinder unterscheiden, können sie doch genauso lange anhalten. Auch der Anteil der Kinder, die nach einem Monat noch Symptome zeigen, ist bei jungen Patienten so hoch wie bei Erwachsenen und älteren Kindern.

Jüngere Kinder erleiden Gehirnerschütterungen meist durch Stürze, während ältere Kinder sich häufiger beim Sport verletzen. Da sie ihre Symptome nicht selbst beschreiben können, erkennen herkömmliche Skalen zur Bewertung von Gehirnerschütterungssymptomen diese möglicherweise nicht. Zu den Symptomen nach einer Gehirnerschütterung können bei jüngeren Kindern Verhaltensänderungen, übermäßige Reizbarkeit, Appetitveränderungen, vermindertes soziales Engagement, Bauchschmerzen und erhöhte Abhängigkeit/Anhänglichkeit gehören.

„Aufgrund ihrer geringeren Körpergröße und ihrer schwächeren Muskulatur sind kleine Kinder anfälliger für Hirnverletzungen“, erklärte Dr. Sean Rose, Hauptautor der Studie, Kinderneurologe und Co-Direktor der Complex Concussion Clinic am Nationwide Children’s Hospital in Columbus (USA). „Diese Studie unterstreicht, dass jüngere Kinder mit einer Kopfverletzung angemessen untersucht werden sollten, um festzustellen, ob Behandlungen oder andere Maßnahmen erforderlich sind.“

Vergleich von Gehirnerschütterung und orthopädischer Verletzung

An der in „Pediatrics“ veröffentlichten Kohortenstudie nahmen 418 Kinder im Alter von sechs Monaten bis unter sechs Jahren teil, die mit einer Gehirnerschütterung (n=235) oder einer orthopädischen Verletzung (OI; n=108) in kanadischen und US-amerikanischen Notaufnahmen (EDs) vorstellig wurden. Unverletzte Kinder bildeten die Kontrollgruppe (n=75). Das Durchschnittsalter betrug 2,8 Jahre, 50,7 Prozent der Kinder waren männlich.

Der primäre Endpunkt waren anhaltende Symptome nach einer Gehirnerschütterung (PSaC) einen Monat nach der Verletzung. Diese wurde anhand des „Report of Early Childhood Traumatic Injury Observations and Symptoms“ (REACTIONS) bestimmt, der 17 Symptome umfasste (Aufmerksamkeit/Konzentration, Gedächtnis, langsames Denken oder Bewegen, Kopfschmerzen, Übelkeit, Gleichgewicht, Müdigkeit, Sehvermögen, Lichtempfindlichkeit, Geräuschempfindlichkeit, Berührungsempfindlichkeit, Reizbarkeit, Stimmung/Motivation, Angst, Regression und Suche nach Trost). Jedes der 17 Symptome wurde anhand einer 5-Punkte-Skala (sehr stark bis sehr schwach) bewertet.

Jedes vierte Kind ziegt auch nach drei Monaten noch Symptome

Zudem wurde geprüft, ob PSaC über einen Zeitraum von zwölf Monaten nach der Verletzung weiter bestanden. Mögliche Prädiktoren für PSaC bestimmten die Forschenden mittels multivariabler logistischer Regression.

Nach einem Monat wurde bei 28 Prozent der Kinder mit Gehirnerschütterung eine PSaC dokumentiert, was höher war als in der OI-Gruppe (10%; p=0,006) und der CC-Gruppe (2%; p<0,001). Auch drei bzw. zwölf Monate nach einer Gehirnerschütterung wurden bei 24 Prozent bzw. 16 Prozent der Kinder PSaC dokumentiert.

Einziger Prädiktor für PSaC nach einem Monat war die akute Gesamt-Symptombelastung in der Notaufnahme (Odds Ratio 1,108; 95%-KI 1,004–1,223; p=0,04). Alter, Bewusstlosigkeit, Durchführung einer Bildgebung des Gehirns in der Notaufnahme, Besuch einer Kindertagesstätte oder Schule und die Bildung der Eltern waren keine Prädiktoren für PSaC. (ej/BIERMANN)