Gehörschäden durch Lärm – Weiteres Puzzleteil gefunden10. August 2023 Foto: New Africa/stock.adobe.com Ein cochleares Signal, dessen Rolle bisher unbekannt war, informiert das Gehirn wahrscheinlich inwieweit das Gehör noch funktioniert, so das Ergebnis einer schwedischen Studie. Eine laute Umgebung beeinträchtigt das Gehör temporär, wiederholte Lärmexposition kann das Gehör dauerhaft schädigen. Schätzungen zufolge riskiert eine Milliarde junger Menschen lärmbedingte Schwerhörigkeit durch zu laute Musik via Kopfhörer oder Konzertbesuche. Trotzdem sind die Mechanismen, wie genau Lärm das Gehör schädigt weitgehend unklar. Da Signale der Haarzellen im Innenohr, die an das Gehirn weitergeleitet werden bestehen aus zwei Teilen, AC und DC. Ersteres gibt dem Gehirn Informationen zu Lautstärke und Frequenz, während über das DC-Signal wenig bekannt ist, obwohl es bereits vor 70 Jahren entdeckt wurde. Bei der Ableitung elektrischer Signale der Haarsinneszllen der Cochlea, kann das DC-Signal detektiert werden, weil es eine leichte Verschiebung im AC-Signal – entweder in positiver oder negativer Richtung – verursacht. In einer aktuellen Studie konnte Pierre Hakizimana von der Universität Linköping, Schweden, zeigen, dass sich die Polarität des DC-Signals von positiv zu negativ ändert, wenn die Cochlea schädigendem Lärm ausgesetzt war. Anders ausgedrückt: Das Signal spiegelt den Gesundheitsstatus des Ohrs wider. Hakizima konnte auch zeigen, dass das DC-Signal entsteht, wenn Kaliumionen-Kanäle in der Membran der Haarsinneszellen Kaliumionen freisetzten. „Es scheint so, als könnte dieses Signal ein Weg für den Körper sein, das Gehirn darüber zu informieren, ob das Ohr gesund ist oder nicht. Auf diese Weise könnte es die Fähigkeit des Gehirns schwache Geräusche zu dekodieren unterstützen. Das Gehirn kann schwache Signale aus der Cochlea verstärken. Wenn es darüber informiert ist, dass das Gehör nicht normal funktioniert, muss das Gehirn keine Resourcen auf den Versuch verwenden, das Signal zu verbessern, um Geräuschesignale von einem verletzten Ohr zu dekodieren“, ordnet Haizimana die Studienergebnisse ein. Er ist Forschungsingenieur in der Abteilung für Die Studienautoren hoffen, dass ihre Ergebnisse zu Forschungen beitragen könnten, die sich damit beschäftigt wie das DC-Signal zur Diagnose von Schwerhörigkeit genutzt werden könnten.
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