Gemcitabin/Cisplatin als neoadjuvante Chemotherapie bei Hochrisiko-UTUC10. Mai 2023 Grafik: Molecular Science – stock.adobe.com Die neoadjuvante Chemotherapie (NAC) mit Gemcitabin und Cisplatin könnte aufgrund guter Studienergebnisse zur Standardtherapie beim hochgradigen Urothelkarzinom des oberen Harntraktes (UTUC) werden. Die Cisplatin-Dosis kann dabei auf zwei Applikationen verteilt werden („Split-Dose”). NAC hat nachgewiesene Überlebensvorteile für Patienten mit invasivem Urothelkarzinom der Blase. Hingegen war ihre Rolle beim UTUC bislang unklar. Nun zeigt eine aktuelle Studie, dass die NAC mit Gemcitabin und Split-Dose-Cisplatin beim Hochrisiko-UTUC eine gut verträgliche, wirksame Therapie darstellt. Die Studie bietet Evidenz für ein pathologisches Ansprechen, das mit günstigen Überlebensergebnissen verbunden ist. Da diese Überlebensergebnisse historischen Serien überlegen seien, stützen diese Daten den Autoren zufolge die Verwendung der NAC als Behandlungsstandard für das Hochrisiko-UTUC. Split-Dose-Chemotherapie sei eine praktikable Option für die NAC. In der multizentrischen, einarmigen Phase-II-Studie erhielten geeignete Patienten mit definierten Kriterien für lokalisiertes UTUC mit hohem Risiko vier Zyklen Split-Dose-Chemotherapie vor der chirurgischen Resektion und Lymphknotendissektion. Der primäre Endpunkt der Studie war die Rate des pathologischen Ansprechens (definiert als <ypT2N0). Zu den sekundären Endpunkten gehörten das progressionsfreie Überleben (PFS), das Gesamtüberleben (OS) sowie Sicherheit und Verträglichkeit. Von 57 ausgewerteten Patienten zeigten 36 (63%) ein pathologisches Ansprechen (95%-KI 49-76). Ein pathologisches vollständiges Ansprechen (ypT0N0) beobachteten die Autoren bei elf Patienten (19%). 51 Patienten (89%) tolerierten ≥3 vollständige Zyklen Split-Dose-Chemotherapie, 27 Patienten (47%) tolerierten vier, und alle Patienten wurden operiert. Bei einer medianen Nachbeobachtung von 3,1 Jahren betrugen die Zwei- und Fünf-Jahres-PFS-Raten 89 Prozent (95%-KI 81-98) und 72 Prozent (95%-KI 59-87), während die Zwei- und Fünf-Jahres-OS-Raten bei 93 Prozent (95%-KI 86-100) beziehungsweise 79 Prozent (95%-KI 67-94) lagen. Pathologisches komplettes und partielles Ansprechen waren mit einem verbesserten PFS und OS verbunden, verglichen mit Non-Respondern (alles ab ≥ypT2N): 2-Jahres-PFS 100% und 95% vs. 76% (p< 0,001); 2-Jahres-OS 100% und 100% vs. 80% (p<0,001). (sf/ms)
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