Genomdaten für Therapien nutzen13. Oktober 2020 Jörn Walter, Epigenetik-Professor der Universität des Saarlandes. © Jörg Pütz Forscher der Universität des Saarlandes sind an Konsortium zur Dateninfrastruktur beteiligt. Um Krankheiten wie Krebs besser zu therapieren, werden in der klinischen Diagnose verstärkt die Genomdaten von Patienten ausgewertet. Dabei entstehen riesige Datenmengen, die sicher ausgetauscht und gespeichert werden müssen. Zudem werden spezialisierte Expertenteams benötigt, um diese Genomdaten korrekt zu interpretieren. An einem nationalen Konsortium, das dafür eine technisch und rechtlich sichere Dateninfrastruktur aufbauen soll, sind auch Saar-Forscher um Professor Jörn Walter beteiligt. Sie werden in den kommenden fünf Jahren von der Deutschen Forschungsgemeinschaft mit rund 350.000 Euro gefördert. An dem „Deutschen Humangenom-Phenomarchiv“ wirken insgesamt rund 20 Universitäten und Forschungsinstitute mit. „Bei Krebspatienten werden Genom- und Epigenomdaten dafür genutzt, um Veränderungen im Erbgut eines Tumors aufzuspüren. Damit kann die Therapie individuell auf den einzelnen Patienten angepasst werden. Aber auch für die Diagnose und Behandlung seltener Krankheiten sind sie wesentlich“, sagt Jörn Walter, Epigenetik-Professor der Universität des Saarlandes und international anerkannter Experte auf diesem Gebiet. Ziel der Arbeit ist es, einen sicheren Raum für die sensiblen Genom-Daten zu schaffen, die dann von Expertinnen und Experten in Kliniken und Forschungseinrichtungen vergleichend analysiert werden können. „Das neue deutschlandweite Netzwerk für Genomdaten ist ein Meilenstein für die Daten-Medizin der Zukunft und eröffnet einen neuen Weg für ihre breite Nutzung“, betont Jörn Walter. In dem neuen Konsortium wird er als Co-Sprecher die Vernetzung der Forscher und die Integration bereits existierender Initiativen vorantreiben. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft fördert das Deutsche Humangenom-Phenomarchiv als Teil der Initiative „Nationale Forschungsdateninfrastruktur“ vorerst für fünf Jahre. Die Wissenschaftler an der Universität des Saarlandes erhalten für ihre Expertise und Aufbauarbeit im Netzwerk rund 350.000 Euro. Das Konsortium hat am 1. Oktober seine Arbeit aufgenommen.
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