Gesamtmortalität bei Zöliakie-Patienten in Finnland nicht erhöht3. Februar 2021 © Rafael Ben-Ari – stock.adobe.com (Symbolbild) Ein Wissenschaftlerteam untersuchte, ob die gegenwärtige Zöliakie-assoziierte Mortalität in Finnland erhöht ist. Diese Hypothese wurde angesichts der jüngsten Verbesserungen der Diagnose- und Behandlungseinrichtungen postuliert. In einer unselektierten, landesweiten bevölkerungsbezogenen Kohorte erwachsener Zöliakie-Patienten wurde das Mortalitätsrisiko bestimmt. Patienten mit einer durch eine Biopsie nachgewiesenen Zöliakie (Marsh-III-Kriterien) und Dermatitis herpetiformis im Alter von 20–79 Jahren (Median: 50 Jahre) wurden aus einem nationalen Ernährungsregister identifiziert. Alle Patienten (n=12.803) hatten ihre Diagnose in den Jahren 2005–2014 erhalten. Zeitpunkt und Ursache eines Todes wurden von Statistics Finland ermittelt. Die Gesamtmortalität und die Todesursachen wurden mit Referenzpersonen (n=38.384) abgeglichen, die nach Alter, Geschlecht und Wohnort aus der Allgemeinbevölkerung ausgewählt wurden. Während einer mittleren Nachbeobachtungszeit von 7,7 Jahren (SD ±3,0 Jahre) traten in der Zöliakie-Kohorte und der Referenzgruppe 884 (6,9%) bzw. 2613 (6,8%) Todesfälle auf. Die Gesamtmortalität (HR 1,01; 95%-KI 0,94–1,09), die Mortalität bei allen Malignitäten (HR 1,11; 95%-KI 0,96–1,27), bei Malignitäten des Gastrointestinaltraktes (HR 1,21; 95%-KI 0,56–1,71) oder bei kardiovaskulären Erkrankungen (HR 0,91; 95%-KI 0,77–1,07) waren bei Zöliakie-Patienten nicht erhöht. Insgesamt war die Mortalität bei lymphoproliferativen Erkrankungen (HR 2,36; 95%-KI 1,65–3,39) und nicht malignen Verdauungskrankheiten (HR 2,19; 95%-KI 1,40–3,43) erhöht, aber die HR sanken nach Ausschluss der ersten 2 Jahre der Nachbeobachtung (HR 1,71, 95%-KI 1,10–2,66 bzw. HR 1,75; 95%-KI 1,01–3,05). Fazit Das Resümee der Autoren lautet, dass bei erwachsener Zöliakie-Patienten die Gesamtmortalität nicht erhöht war. Die Mortalität bei lymphoproliferativen Erkrankungen war zwar erhöht, aber dennoch niedriger als zuvor berichtet. (je) Autoren: Koskinen I et al. Korrespondenz: Katri Kaukinen; [email protected] Studie: Overall and Cause-Specific Mortality in Adult Celiac Disease and Dermatitis Herpetiformis Diagnosed in the 21st Century Quelle: Am J Gastroenterol 2020;115(7):1117–1124. Web: https://doi.org/10.14309/ajg.0000000000000665
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