Gesichts-OP nach schwerem Unfall oder Tumor: Patientenspezifische 3-D-Implantate16. November 2021 Symbolbild: © jean song – stock.adobe.com Wenn durch einen Tumor oder durch einen Unfall Schädelknochen zerstört werden, versuchen Chirurgen sie zu ersetzen. Diesen in der Vergangenheit sehr aufwändigen, langwierigen und für den Patienten belastenden Prozess haben Experten mittels Computer-Assistenz deutlich erleichtert. „Wir müssen Patienten nicht mehr mehrmals operieren, weil wir jetzt durch virtuelle Planung, Implantate aus dem 3-D-Drucker, schablonengestützte Bohrvorgänge und Real-Time-Navigation die einzelnen Schritte des Knochen- oder Zahnersatzes maßgeschneidert durchführen können“, erklärt Prof. Nils-Claudius Gellrich, Direktor der Klinik und Poliklinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH). „Chirurgen können heute dank modernster bildgebender Verfahren präoperativ planen und virtuelle Blaupausen für die Operation erstellen; sie können patientenspezifische Implantate aus Titan im 3-D-Drucker herstellen und mittels intraoperativer Navigation dem Patienten einsetzen“, ergänzt Gellrich. Patienten profitieren in vielfacher Hinsicht von der modernen Technik: Operationen sind zum einen seltener notwendig und zum anderen verkürzen sie sich durch die präoperativen Planungsmöglichkeiten. Außerdem sind die Ergebnisse viel besser: „Da die Implantate auf die individuelle Situation des jeweiligen Patienten angepasst sind, ermöglichen sie teilweise eine vollständige anatomische und funktionelle Wiederherstellung des Gesichts“, erläutert der DGMKG-Experte. Auch die intraoperative und die postoperative Qualitätskontrolle ist mittlerweile computergestützt. So können die behandelnden Ärzte überprüfen, inwieweit das Operationsziel tatsächlich erreicht wurde oder wie sich die Operationsergebnisse eines einzelnen Patienten stabil halten lassen und bewähren. Wie kaum eine andere Technologie, so Gellrich, biete die computergestützte Gesichtsschädelchirurgie und Navigation die Möglichkeit einer konsequenten Qualitätssicherung. Anm. d. Red.: Siehe hierzu auch den Beitrag auf unserem Portal zur Orbita-3-D-Rekonstruktion: https://biermann-medizin.de/orbita-3-d-rekonstruktion-schwere-verletzungen-waehrend-der-pandemie-unerwartet-haeufig/
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