Gestationsdiabetes: Risiko für Typ-2-Diabetes lebenslang erhöht

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Im Rahmen einer Studie aus Finnland wurde bei Frauen mit einem Gestationsdiabetes (GDM) während der Schwangerschaft das spätere Fortschreiten zu T1D oder T2D untersucht.

Hierzu führten die Wissenschaftler eine Kohortenstudie mit 391 Patientinnen durch, bei denen ein GDM durch einen oralen Glukosetoleranztest (OGTT) oder die Anwendung einer Insulinbehandlung während der Schwangerschaft dokumentiert worden war, sowie mit 391 altersangepassten Kontrollpersonen. Der Nachbeobachtungszeitraum betrug 23 Jahre.

Den Teilnehmerinnen wurden 2 Follow-up-Fragebögen zugesendet (1995–1996 und 2012–2013), um das Fortschreiten zu T1D und T2D zu bewerten. Die mittlere Nach-beobachtungszeit betrug 23,1 (Bereich 18,7–28,8) Jahre.

T1D entwickelte sich in den ersten 7 Jahren nach der GDM-Schwangerschaft (5,7%) und konnte durch einen 2-stündigen OGTT-Wert von 11,9 mmol/l während der Schwangerschaft vorhergesehen werden (Fläche unter der Kurve [AUC] 0,91; Sensitivität 76,5%; Spezifität 96,0%).

Die Diagnose T2D stieg am Ende der Nachbeobachtungszeit linear auf 50,4% an und war mit einem Wert für die Nüchternglukose von 5,1 mmol/l mäßig vorhersehbar (AUC 0,69; Sensitivität 63,5%; Spezifität 68,2%).

Fazit
Alle Frauen mit GDM sollten deshalb ein Jahrzehnt lang intensiv überwacht werden, empfehlen die Autoren. Danach ist das Risiko für T1D minimal. Die Inzidenz von T2D bleibt jedoch linear, weshalb eine lebenslange Nachsorge von den Forschern empfohlen wird. (rl)

Autoren: Auvinen AM et al.
Korrespondenz: Juha S Tapanaine; [email protected]
Studie: Type 1 and type 2 diabetes after gestational diabetes: a 23 year cohort study
Quelle: Diabetologia 2020;63(10):2123–2128.
Web: https://doi.org/10.1007/s00125-020-05215-3