Gesunder Lebensstil für gesunde Augen: Sport senkt das Risiko für AMD16. Januar 2025 Symbolbild.© lordn-stock.adobe.com Das Risiko, an einer Altersabhängigen Makuladegeneration (AMD) zu erkranken, ist bei körperlich aktiven Menschen deutlich geringer als bei Vergleichspersonen, die sich nur wenig bewegen, wie die Stiftung Auge mitteilt. Wer sich regelmäßig bewegt, tut Gutes für seine Gesundheit. Egal, ob es um Übergewicht, Herz-Kreislauf-Leiden, den Zuckerstoffwechsel oder die Knochengesundheit geht – die Empfehlung, körperlich aktiv zu sein, darf in keinem Ratgeber fehlen. Weniger bekannt ist jedoch, dass auch die Augen von regelmäßiger sportlicher Betätigung profitieren. Die AMD ist eine der häufigsten Augenerkrankungen in Deutschland und zugleich die häufigste Ursache für hochgradigen Sehverlust oder Erblindung. „Schätzungen zufolge sind mehr als sieben Millionen Menschen in Deutschland von einer AMD betroffen – viele davon in einem frühen, noch undiagnostiziertem Stadium“, berichtet Prof. Frank G. Holz, Direktor der Universitäts-Augenklinik Bonn und Vorsitzender der Stiftung Auge. Umso wichtiger sei es, in der Bevölkerung das Bewusstsein dafür zu schärfen, wie der eigene Lebensstil das Erkrankungsrisiko und den Verlauf dieser Erkrankung beeinflussen kann. Rauchen als Risikofaktor Eine AMD entwickelt sich meist schleichend über viele Jahre hinweg. Charakteristisch für die Erkrankung ist, dass die Funktion des Pigmentepithels immer weiter abnimmt. Als äußerste Schicht der Netzhaut spielt das Pigmentepithel eine wichtige Rolle bei der Versorgung der empfindlichen Sehzellen. Zu dessen wesentlichen Aufgaben zählt die Entsorgung von Abfallprodukten der Sehzellaktivität. Bei Störungen dieser Prozesse bilden sich zunächst Ablagerungen in oder unter der Netzhaut. Im weiteren Verlauf gehen dann die lichtempfindlichen Sehzellen zugrunde. Besonders im zentralen Bereich der Netzhaut – der Makula – nimmt die Sehkraft dann immer weiter ab. Als wichtigster Risikofaktor für die Entstehung einer AMD gilt neben dem Alter das Rauchen. Auch ein zu hoher Blutdruck trägt zu einem erhöhten AMD-Risiko bei. „Als Faustregel kann gelten: Was für die Gefäßgesundheit im übrigen Körper schlecht ist, schadet auch den Augen“, fasst Holz zusammen. Zwar sei ein direkter Zusammenhang zwischen Herz-Kreislauf-Leiden und AMD nicht nachgewiesen. Zudem sei bei derart häufigen, multifaktoriell bedingten und hauptsächlich vom Alter abhängenden Erkrankungen dieser auch schwer zu belegen. Die Parallelen sind jedoch so auffallend, dass viele Mediziner gemeinsame Erkrankungsmechanismen für wahrscheinlich halten. Körperliche Betätigung senkt AMD-Risiko „Körperliche Aktivität wirkt direkt auf einige wichtige Parameter ein, die sowohl das Herz-Kreislauf- als auch das AMD-Risiko beeinflussen“, erläutert Holz. Dazu zählen neben dem Körpergewicht und dem Blutdruck auch die Blutzuckerregulation und die Blutfettwerte. Vermutlich werden durch die körperliche Betätigung auch antioxidativ wirkende Enzyme aktiviert. Wie groß der Effekt ist, der sich mit Sport erzielen lässt, hat eine große, vom European Eye Epidemiology (E3) Consortium vorgelegte Metaanalyse mit insgesamt über 14.500 älteren Teilnehmenden gezeigt. Verglichen mit stark aktiven Teilnehmenden entwickelten diejenigen, die nicht oder nur moderat körperlich aktiv waren, um 19 Prozent häufiger eine AMD. Als hohe körperliche Aktivität galten dabei intensives Sporttreiben, das Heben von Lasten oder anstrengende Gartenarbeit. Einfaches Spazierengehen galt dagegen als moderat. Am deutlichsten war der Zusammenhang zwischen einer geringeren Betätigung und dem Neuauftreten einer AMD bei den jüngsten Probanden, die im Mittel 61 Jahre alt waren: Hier waren körperlich weniger Aktive um 74 Prozent häufiger von einer AMD betroffen als intensiv Sporttreibende. „Die Botschaft für die Praxis ist klar“, sagt Holz: „Auch wenn die AMD eine typische Erkrankung des höheren Lebensalters ist, sollte spätestens in mittleren Jahren mit Sport oder anderen körperlichen Aktivitäten begonnen werden.“ Zum einen sei die Prävention dann am effektivsten und zum anderen sei es Menschen in ihren Achtzigern oft schlicht nicht mehr möglich, neu in eine intensivere körperliche Betätigung einzusteigen.
Mehr erfahren zu: "International und hochkarätig: Die General Session der DOC" Weiterlesen nach Anmeldung International und hochkarätig: Die General Session der DOC Von Dieter Kaulard Sie ist traditionell die Hauptsitzung der DOC im jährlichen Kongressprogramm: die General Session. In diesem Jahr umfasste die Sitzung vier Ehrungen und fünf Ehrenvorlesungen.
Mehr erfahren zu: "DOC 2026: Myopie – Gute Aussichten für Kinderaugen" Weiterlesen nach Anmeldung DOC 2026: Myopie – Gute Aussichten für Kinderaugen Die veränderte digitale Lebensweise hat Folgen: Myopie tritt immer häufiger und bereits in sehr jungen Jahren auf. Dr. Gernot Petzold (Kulmbach) informierte auf der Pressekonferenz des 38. Internationalen Kongresses der […]
Mehr erfahren zu: "Bernd Bertram in die Hall of Fame aufgenommen" Weiterlesen nach Anmeldung Bernd Bertram in die Hall of Fame aufgenommen Prof. Bernd Bertram ist das neue Mitglied der Hall of Fame Ophthalmologie. Erstmals seit der Gründung der Ruhmeshalle im Jahr 2014 ehrte die DOC nur eine Persönlichkeit „für ihr herausragendes […]