Gesundheitsminister gegen Freigabe von Nikotinbeuteln

Der Bundesgesundheitsminister ist gegen eine Freigabe des Verkaufs von Nikotinbeuteln in Deutschland. (Foto: © Lana Pietukhova – stock.adobe.com)

Die Tabakbranche wirbt dafür, Nikotinbeutel mit Geschmacksrichtungen wie Minze auch in Deutschland anbieten zu können. Der Gesundheitsminister sagt Nein.

Bundesgesundheitsminister Carsten Linnemann lehnt eine Freigabe des Verkaufs von Nikotinbeuteln in Deutschland ab. „Was wir ganz sicher nicht machen dürfen, ist, ein neues Suchtmittel zu legalisieren“, sagte der CDU-Politiker dem „Handelsblatt“. „Deswegen bin ich gegen die Legalisierung von Nikotinbeuteln.“ Länder wie Finnland bereuten einen solchen Schritt inzwischen, denn der Konsum bei jungen Menschen sei massiv gestiegen. „Wir müssen Kinder und Jugendliche schützen“, betonte Linnemann.

In Deutschland dürfen Nikotinbeutel nicht in Geschäften verkauft werden. Die Tabakbranche macht sich für eine Freigabe stark. Die kleinen Beutel (Pouches) werden von Konsumenten unter die Oberlippe geschoben. Sie enthalten keinen Tabak, aber Aromen wie Menthol, Zimt oder Früchte. 

Keine unbedenklichen Produkte

Ein Bündnis, dem Ärzteverbände und weitere Organisationen angehören, hatte kürzlich ein Festhalten am Verbot gefordert (wir berichteten). „Obwohl Nikotinbeutel keinen Tabak enthalten, handelt es sich keineswegs um gesundheitlich unbedenkliche Produkte“, hieß es in einem Appell. Sie ermöglichten die Aufnahme teilweise erheblicher Mengen des stark abhängig machenden Nikotins, das besonders bei Kindern und Jugendlichen die Gehirnentwicklung beeinträchtigen könne.