Ghrelin wirkt sich auf die Follikelreserven aus15. Mai 2019 Das Hormon Ghrelin scheint auch bei den Primordialfollikeln eine Rolle zu spielen (Foto: © designer491/Adobe Stock). Forschern ist es gelungen, einen Zusammenhang zwischen chronischem Stress und Fertilitätsproblemen herzustellen. In einer Maus-Studie befassten sich Wissenschaftler um Dr. Luba Sominsky, von der RMIT University in Melbourne, Australien, mit dem Hungerhormon Ghrelin. Ghrelin ist ein Hormon, das den Appetit anregt und eine erhöhte Nahrungsaufnahme sowie das Ansetzen von Fett im Körper fördert. Auch in Belastungssituationen wird es ausgeschüttet, was zum bekannten „Stress-Essen“ führt. In der Studie von Sominsky et al. konnten die Forscher beobachten, dass in chronischen Stress-Situationen das Hormon Ghrelin sich auf die Primordialfollikelreserven in den Eierstöcken auswirken kann. Unter Dauerstress bildeten sich bei Mäusen weniger Primordialfollikel im Vergleich zu Mäusen ohne Stress. Wurde hingegen Ghrelin gehemmt, lag eine gesunde Anzahl an Primordialfollikel vor – selbst unter chronischem Stress. „Stress begleitet uns ein Leben lang und in den meisten Fällen hat er keine großen gesundheitlichen Auswirkungen“, erklärt Sominsky. „Es bedeutet aber auch, dass junge, gesunde Frauen möglicherweise über temporäre und vermutlich reversible Fertilitätsstörungen klagen könnten, wenn sie unter Stress leiden. Für Frauen, bei denen tatsächlich ein Problem vorliegt, kann bereits so etwas kleines wie Stress die ovarielle Funktion verändern und die Chance und den Zeitpunkt auf Konzeption beeinflussen.“ „Da Ghrelin sehr stark mit Hunger und Ernährung zusammenhängt, könnte man aufgrund unserer Studienergebnisse vermuten, dass unsere Essgewohnheiten die Auswirkungen von Stress auf die Fertilität verändern können“, sagte Prof. Sarah Spencer, Koautorin der Studie. „Allerdings müssten hier noch mehr Studien durchgeführt werden.“
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