Giovanni Maio erhält den Deutschen Schmerzpreis22. März 2023 Giovanni Maio, Leiter des Instituts für Ethik und Geschichte der Medizin der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, erhält den Deutschen Schmerzpreis 2023. | Foto: ©Silke Wernet Die Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin e.V. (DGS) und die Deutsche Schmerzliga e.V. (DSL) haben den Deutschen Schmerzpreis 2023 an den Philosophen und Arzt Prof. Dr. Giovanni Maio verliehen. Maio forscht zu den ethischen Grenzen der Ökonomisierung und Technisierung der Medizin und betont die Bedeutung der individuellen Lebens- und Krankheitsgeschichte von Patientinnen und Patienten. Mit seinem Plädoyer für individualisierte Medizin unterstützt Maio das Hauptanliegen der DGS: Individualisierung statt Standardisierung. Er betont, dass ärztliches Tun, das sich allein auf Leitlinien stützt, nicht ausreicht. Vielmehr seien gerade in der oftmals langjährigen Betreuung von Schmerzpatienten die Kenntnis der individuellen Geschichte sowie eine gute Arzt-Patienten-Beziehung die Basis für wirksame Therapieentscheidungen. Vielfältiges Engagement für eine menschenwürdige Medizin Ob als Leiter des Instituts für Ethik und Geschichte der Medizin der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, als Direktoriumsmitglied des Interdisziplinären Ethik-Zentrums Freiburg oder als Mitglied des Ausschusses für ethische und medizin-juristische Grundsatzfragen der Bundesärztekammer: Maio engagiert sich auf vielen Ebenen für eine Medizin, die Wissenschaftlichkeit und Zwischenmenschlichkeit verbindet, „eine individualisierte Medizin, in der das Persönliche und Einmalige einer Lebensgeschichte und der soziale Bezug Platz haben“, betonte Dr. Johannes Horlemann, Präsident der DGS, in seiner Laudatio. Damit ist Maios Stimme aus aktuellen gesundheitspolitischen Debatten nicht mehr wegzudenken. „Ihm verdanken wir, dass abseits von Leitlinienmedizin und Standardisierungsprozessen im Gesundheitswesen ärztliches Tun auf den eigentlichen Inhalt und Auftrag zurückgeführt wurde: Sorgen und Versorgen“, begründeten Horlemann und PD Dr. Michael Überall, Präsident der DSL, die Wahl des diesjährigen Preisträgers. Der Deutsche Schmerzpreis – Deutscher Förderpreis für Schmerzforschung und Schmerzmedizin wird seit 1986 jedes Jahr an Persönlichkeiten vergeben, die sich durch wissenschaftliche Arbeiten über Diagnostik und Therapie akuter und chronischer Schmerzzustände verdient gemacht oder die durch ihre Arbeit oder ihr öffentliches Wirken entscheidend zum Verständnis des Problemkreises Schmerz und der davon betroffenen Patienten beigetragen haben.
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