Glaukom: Statine könnten das Erkrankungsrisiko senken22. Oktober 2026 Symbolbild KI-generiert mit ChatGPT. Die Einnahme von Statinen steht im Zusammenhang mit einem geringeren Risiko, an einem Glaukom zu erkranken. Zudem könnte die Wahrscheinlichkeit für ein Fortschreiten der Erkrankung herabgesetzt werden. Darauf deuten die Ergebnisse einer neuen Studie hin. Ihre Daten haben die Forscher online im „British Journal of Ophthalmology“ veröffentlicht. Laut der US-Studie benötigen Menschen mit Glaukom, die Statine einnehmen seltener intensivere Behandlungen wie zusätzliche Augentropfen oder Operationen, um die Erkrankung unter Kontrolle zu halten. Statine verhindern oder verlangsamen Absterben von Nervenzellen Statine werden zur Senkung des Cholesterinspiegels verschrieben. Studien weisen darauf hin, dass sie möglicherweise auch ein Absterben von Nervenzellen verhindern oder verlangsamen können. Ihre potenzielle Rolle bei der Vorbeugung oder Verlangsamung des Glaukoms ist bislang aber kaum erforscht. Um die Evidenzbasis zu stärken, durchsuchten die Forscher eine große globale Datenbank mit Angaben von 165 Millionen Personen. Sie verglichen mehr als 210.000 Personen, bei denen zwischen August 2006 und August 2026 die Einnahme von Statinen dokumentiert war. Diese wurden mit einer passenden Kontrollgruppe von 210.000 Personen, bei denen keine Einnahme von Statinen verzeichnet war, verglichen. Bei den Personen beider Gruppen musste eine dokumentierte augenärztliche Nachsorge vorliegen. Statineinnahme resultiert in geringerem Risiko für Entwicklung eines Offenwinkelglaukoms sowie eine Behandlunsgsintensivierung Die Forscher stellten fest, dass die Einnahme von Statinen mit einem um 15 Prozent geringeren Risiko für die Entwicklung eines Offenwinkelglaukoms verbunden war. Nach fünf Jahren gab es 4771 neue Glaukomdiagnosen in der Statin-Gruppe (2,3 %) und 5491 in der Kontrollgruppe (2,6 %). In einer separaten Analyse wurden mehr als 30.000 Personen mit Glaukom, die Statine verabreicht bekamen mit fast 250.000 Personen mit Glaukom ohne Statinanwendung verglichen. Hier ergaben die Untersuchungen, dass die Einnahme von Statinen mit einem geringeren Risiko für eine Glaukomoperation oder eine andere Behandlung einherging. Nach fünf Jahren war die Einnahme von Statinen mit einem um 36 respektive 55 Prozent geringeren Risiko für eine Glaukom-Inzisionsoperation beziehungsweise minimalinvasive Glaukomoperation (MIGS) verbunden. Zudem war die Statinverabreichung mit einem um 60 Prozent geringeren Risiko für eine selektive Lasertrabekuloplastik (SLT) assoziiert. Darüber hinaus wurde im Zusammenhang mit der Statinanwendung ein um zwölf Prozent geringeres Risiko für die Einsatz von Augentropfen zur Senkung des Augeninnendrucks festgestellt. Auch nach 10 Jahren konnten die Forscher die Statineinnahme mit einem geringeren Risiko für eine Glaukomoperation mit Schnitt, MIGS, SLT und der Verwendung von Augentropfen in Zusammenhang bringen. Beobachtungsstudie mit Einschränkungen Die Forscher weisen jedoch darauf hin, dass es sich um eine Beobachtungsstudie handelt. Deshalb lassen sich keine eindeutigen Schlussfolgerungen hinsichtlich von Ursache und Wirkung ziehen. Eine weitere Einschränkung der Studie besteht darin, dass die Forscher keinen Zugang zu individuellen Patientendaten hatten. Darunter waren Messungen des Augeninnendrucks oder Details zu Operationen. Deshalb konnten sie nicht feststellen, ob eine Operation aufgrund eines erhöhten Schweregrads der Erkrankung oder fehlender Adhärenz des Patienten durchgeführt wurde. Dennoch sind die Forscher der Meinung, dass ihre Ergebnisse die wachsende Literatur über die neuroprotektive Wirkung von Statinen ergänzen. Als nächstes seien prospektive randomisierte Studien erforderlich, um die Auswirkungen der Statineinnahme auf die Glaukominzidenz und -behandlung besser zu verstehen. „Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Einnahme von Statinen sowohl mit einer geringeren Inzidenz des primären Offenwinkelglaukoms als auch mit einer geringeren Eskalation der Behandlung verbunden ist“, erklären die Forscher. (sas/BIERMANN)
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