Globale Krankheitslast der Psoriasis: Anstieg trotz verbesserter Diagnose und Therapie12. Oktober 2020 ©airdone – stock.adobe.com Psoriasis ist eine weit verbreitete Krankheit, die sich nicht nur durch kutane Manifestationen zeigt, sondern auch signifikante systemische Krankheitszeichen und Behinderungen mit sich bringt. Die meisten epidemiologischen Studien, die sich mit der Krankheitslast der Psoriasis befassen, sind regional ausgerichtet, weshalb eine detaillierte Beschreibung der weltweiten Belastung durch diese Erkrankung bislang fehlte. Die Autoren einer aktuellen Studie analysierten Prävalenz, Inzidenz, DALY (disability adjusted life years; ein Konzept für die Bedeutung verschiedener Krankheiten auf die Gesellschaft) und YLD (years lived with disability; mit Krankheit/Behinderung gelebte Lebensjahre) der Psoriasis für die Jahre 1990–2017; die Daten stammen aus dem Datensatz „Global Burden of Disease“. Außerdem recherchierten die Autoren in PubMed und MEDLINE nach der Lebensqualität mit Psoriasis sowie der ökonomischen Belastung durch die Krankheit, um die Krankheitslast umfassend zu evaluiereIm Jahre 2017 betrug die globale, altersstandardisierte Prävalenzrate der Psoriasis 811 pro 100.000 Individuen, was etwa 0,84 % der Weltbevölkerung ausmacht und in absoluten Zahlen 64,6 Mio. an Schuppenflechte erkrankte Patienten weltweit ergibt. Die Inzidenzrate neu diagnostizierter Fälle stieg von 92 pro 100.000 Individuen im Jahre 1990 auf 99 im Jahre 2017. Die höchsten Raten wurden in Nordamerika und Westeuropa dokumentiert, während sich die niedrigsten Raten in Asien und den westlichen Pazifikregionen zeigten. Bei der Altersverteilung zeigt sich ab dem 2. Lebensjahrzehnt eine steigende Inzidenzrate, die ihren Gipfel im Lebensalter von 55–60 Jahren erreicht. Frauen sind etwas häufiger betroffen als Männer.Die globale Inzidenzrate der Psoriasis ist im Laufe der letzten 3 Jahrzehnte stetig angestiegen. Die ökonomische Belastung sowie der psychosoziale Leidensdruck, die durch Psoriasis ausgelöst werden, verlangt nach einer Ressourcenallokation und einer multidisziplinären Herangehensweise, um dieser weitverbreiteten Erkrankung begegnen zu können, fordern die Wissenschaftler. Trotz aller Verbesserungen hinsichtlich Diagnose und Therapie sind Inzidenz, Prävalenz und Krankheitslast weiterhin angestiegen. (am)
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